Pressekonferenzen während der Landtagssitzungen sind im Hohen Haus tabu. Weil Landesrat Marco Galateo während der aktuellen Fragestunde Medien zu Speck einlud, um über seine New York Reise zu berichten, gingen die Wogen hoch. <BR /><BR />Am Ende stand beiden die Zornesröte im Gesicht. „Unglaublich“, zischt die Grüne Brigitte Foppa. „Nicht zu fassen“, sagt Landesrat Marco Galateo. Der war letzte Woche mit Agrarminister Francesco Lollobrigida in New York auf der wichtigsten Lebensmittelmesse der USA, Fancy Food, um 20 Jahre Export des Südtiroler Speck g.g.A. nach Amerika zu feiern. Eine Reise, welche die Grünen mit einer Anfrage nach Kosten und Nutzen des Kurztrips über den großen Teich auf den Plan rief.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1047027_image" /></div> <BR /><BR />Die Retourkutsche des Landesrats ließ nicht lange auf sich warten. Während drinnen im Saal aktuelle Anfragen der Opposition beantwortet wurden, nahm er im Foyer bei Speck und Schüttelbrot zu seiner US-Reise Stellung. Allerdings nicht lange.<BR /><BR />Mitten in Galateos Veranstaltung platzte Brigitte Foppa mit dem Verweis, dass Pressekonferenzen während der Landtagssitzungen nicht zulässig seien. „Das aber steht nirgends in der Geschäftsordnung, weshalb ich tue und lasse, was ich will. Und außerdem: Wer ist sie, um mir etwas zu verbieten“, so Galateo. Im Plenum beschimpfte er Foppa als „gewaltbereite Diktatorin“, die sich „schämen und hinsetzen“ solle. „Man stelle sich vor, wir als Fratelli hätten so etwas getan“, ärgert sich der Landesrat.<h3> „Er hat Mist gebaut“</h3>Foppa ist nicht minder erzürnt. Dass sie wie eine Furie in Galateos Pressekonferenz geplatz sei, bestreitet sie nicht. „Es gibt Momente, in denen ich lieblicher war.“ Trotzdem könne Galateo nicht die Rollen vertauschen. „Er hat Mist gebaut und wenn man ihn darauf aufmerksam macht, schreit er los. Wir sind ja kein Buschenschank.“<BR /><BR />Dies stellte übrigens auch Landtagspräsident Arnold Schuler klar. „Im Landtag gibt es seit vielen Jahren ein ungeschriebenes Agreement, wonach während der Sitzungen keine Pressekonferenzen abzuhalten sind.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1047030_image" /></div> <BR /><BR />Bleibt die Frage, was Galateos Reise in den Big Apple gekostet hat. „1300 Euro für den Flug hin und zurück. Den Rest hab ich selbst bezahlt. Für den Ausstellungsstand kam das Speckkonsortium auf“, sagt Galateo. Das Trentino exportiere Waren um 600 Mio. Euro in die USA. „2021 waren es für Südtirol 291 Mio. Euro, die auf 454 Mio. Euro im Jahr 2023 gesteigert werden konnten.“ <BR /><BR />Minister Lollobrigida gab in New York die Bewerbung der „italienischen Küche“ als immaterielles Welterbe bekannt. „Dazu zu gehören ist eine Chance für den Speck“.