Freitag, 18. März 2016

Wer bezahlt Zellers private Sekretärin: Er oder wir alle?

Dieser Frage ging die italienische Satiresendung "Le iene" in berüchtigter Aufdeckermanier auf den Grund. Prompt reagiert am Freitag auch Karl Zeller auf die Anschuldigungen, der Senat - sprich wir Steuerzahler - und nicht er selbst würde seine Meraner Privatsekretärin bezahlen.

Senator Karl Zeller wird von den Reportern von "Le iene" zum Fall interviewt.
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Senator Karl Zeller wird von den Reportern von "Le iene" zum Fall interviewt.

Das italienische Fernsehen versucht, die Weste von SVP-Saubermann Karl Zeller ordentlich anzuschwärzen: Es geht um die Sekretärin, die in Zellers privater Rechtsanwaltskanzlei arbeitet, aber teilweise vom Senat bezahlt wird. So die Aussagen der Satieresendung.
Demnach wäre Zellers Sekretärin, die in Meran ihrer Arbeit nachgeht, als Arbeitskraft für den Vorsitzenden der Autonomiegruppe im Senat gemeldet. Und dementsprechend würde sie für ihre Tätigkeit in Senatsbelangen auch aus der Staatskasse bezahlt. 

Hier geht es zum Sendungsausschnitt

Im "Le iene"-Interview kommt Zeller nur sehr kurz zu Wort und verweist auf das Mittagessen, zu dem er auf dem Weg sei. Es sei aber auch in den Belangen seiner Sekretärin alles in Ordnung, versichert der Senator. 

Auf die Ausstrahlung folgt nun Zellers umfassendere Antwort: "Im Bericht werden eine Reihe von falschen Behauptungen und Unwahrheiten verbreitet: Meine Sekretärin ist seit vielen Jahren in der Anwaltskanzlei fix angestellt und erhält für diese Tätigkeit von meiner Kanzlei einen regulären Lohn", stellt Zeller dazu schriftlich klar. Das Email dazu wurde von Beatrice Bonell, Pressesprecherin der Autonomiegruppe im Senat, versandt. 

Kleine Entschädigung für Senatsarbeit

Zeller: "Als Vorsitzender der Autonomiegruppe benötige ich vor allem in der Zeit, in der ich mich in Südtirol aufhalte - das sind rund 3 Tage in der Woche, eine Mitarbeiterin, die für mich die Korrespondenz in deutscher Sprache, Termine usw. erledigt." Und dann kommt, worauf "Le iene" hinauswill: Für diese Zusatztätigkeit für die Autonomiegruppe, "die nichts mit der Tätigkeit in der Kanzlei zu tun hat, erhält meine Sekretärin eine kleine Entschädigung."

Aufgefallen war den Reportern von "Le iene" vor allem die Nichtpräsenz besagter Sekretärin in Rom - dort, wo die Senatsarbeit anzufallen scheint. 

Zeller dazu: Er habe diese Form der Zusammenarbeit - die keine Anwesenheit in Rom voraussetze, weil es sich nicht um ein abhängiges Arbeitsverhältnis mit der Autonomiegruppe handelt - vor dem Vertragsabschluss von einem Arbeitsberater prüfen lassen. "Die von mir gewählte Vorgangsweise ist völlig rechtskonform und wurde auch von der Revisionsgesellschaft, die Bilanzen der Autonomiegruppe prüft, nie beanstandet", so Zeller. 

Diese Form der Zusammenarbeit sei für die Autonomiegruppe und damit den Steuerzahler sicherlich die günstigste Variante. "Ich behalte mir jedenfalls rechtliche Schritte gegen ,Le iene' vor", endet das Schreiben. 

stol/ker

stol