Gewählt wird sie nur mehr von den über 60-Jährigen und selbst dort nur mehr von jedem Zweiten. Bei den jungen Wählern von 19 bis 29 Jahren machten hingegen nur mehr 12 Prozent ihr Kreuzchen beim Edelweiß.<BR /><BR />Dies geht aus einer Wählerstromanalyse hervor, die Berater Rainer Nick gestern in der SVP-Leitung präsentierte. Gegenüber der Landtagswahl 2018 konnte sie nur 77 Prozent ihrer Wähler halten. Ein Viertel ist zu JWA (6,2 Prozent), Widmann (5,8), STF (4,5) und Grüne (1,9 Prozent) abgewandert. Der Hauptgrund für die Abwanderung zu STF und Widmann lautete „Protest gegen die Landesregierung.“ Gewählt wurde die SVP hingegen am meisten (63 Prozent), weil sie die „Partei der Autonomie“ sei und die Interessen Südtirols gegenüber Rom (56 Prozent) vertritt.<h3> Auch in der Peripherie schwach</h3>Weggebrochen ist der SVP die Peripherie: Am meisten mit 15,5 Prozent große Landgemeinden wie Schlanders oder Ahrntal. 13 Prozent waren es in kleinen Landgemeinden, während die Städte hielten (-2,83 Prozent).<BR /><BR />50 Prozent der Stimmen bekam die SVP nur mehr bei den Nicht-Berufstätigen. 26 Prozent ihrer Wähler kamen aus der Privatwirtschaft und – trotz aller Millionen, die der Landeshauptmann wohl zu spät verteilte – nur mehr zu 10 Prozent von den öffentlichen Angestellten. Zum Vergleich: Selbst die Liste von Wirth Anderlan heimste bei den öffentlich Bediensteten 14 Prozent ein.<h3> Nur 12 Prozent der Jungen haben SVP gewählt</h3>Die SVP hat eine total überalterte Wählerstruktur: Nachhaltigkeit hin oder her – gewählt haben sie nur mehr 12 Prozent der Jungen. Die 19- bis 29-jährigen Wähler sind inzwischen bei anderen Parteien daheim: 16 Prozent machten ihr Kreuzchen bei der Süd-Tiroler Freiheit, 17 beim Team K und stolze 18 bei der Süd-Tiroler Freiheit. Die SVP hatte zwar viele junge Kandidaten auf ihrer Liste, aber wohl nicht die richtigen Themen. Anders als die Süd-Tiroler Freiheit, deren Videos 100.000 User und mehr erreichten, war die Volkspartei auf Internetplattformen der Jugend, wie zum Beispiel TikTok, nicht präsent.<BR /><BR />Würde man in Südtirol den Landeshauptmann direkt wählen können, so gäben 44 Prozent dem SVP-Kandidaten ihre Stimme. Bei den über 60-Jährigen wären es 67 Prozent, bei den Jungen aber nur 20 Prozent.