Am Dienstag hat sich der Landtagsabgeordnete Walter Blaas bereit erklärt, beim außerordentlichen Parteitag, der voraussichtlich im Juni stattfindet, als Obmann der Freiheitlichen zu kandidieren.„Ich bin nicht jemand, der sich nach vorne drängt und unbedingt die Ellebogen einsetzt. Sollte es allerdings ein ausdrücklicher Wunsch einer großen Mehrheit der Partei sein, werde ich mich nicht entziehen können", so Blaas gegenüber Stol.Ein weiterer Name, der in der Nachfolgedebatte fällt, ist der von Michael Demanega. Er ist seit September 2012 Generalsekretär der Freiheitlichen und jung und unverbraucht.Er ist ein neues Gesicht in der Südtiroler Politik und damit für viele der ideale Kandidat, um die Partei in dieser schwierigen Phase zu übernehmen.Doch Demanega hat andere Pläne, wie er gegenüber Stol betont. „Es ehrt mich, dass mein Name fällt, aber das kommt für mich zu früh“, betonte er am Donnerstag.„Mit meiner Lebensplanung ließe sich eine solche Aufgabe nur schwer in Einklang bringen“, so Demanega, der die parteiinternen Kritiker, die „bisher nicht viel in der Partei geleistet und immer nur massiv gegen die eigene Spitze gearbeitet haben“ auffordert, „jetzt selbst Verantwortung zu übernehmen.“In der Partei habe es schon vor dem Rentenskandal einige Funktionäre gegeben, die „intrigiert und massiv gegen die Führung gearbeitet haben. Ein Pepi Stecher hat nichts getan, aber ständig Ulli Mair und Pius Leitner kritisiert und ihre Rücktritte von der Parteispitze gefordert. Wenn es aber darum geht Verantwortung zu übernehmen, gibt es bei ihm ständig neue Ausreden. Jetzt will er auch noch ihre Rücktritte aus dem Landtag. Dabei geht es ihm als zweiter Nichtgewählter um reinen Eigennutzen“, spricht Demanega Klartext.Nichts zu tun und nur zu kritisieren, das sei zu wenig. Auch das Gründungsmitglied Stephan Gutweniger, „der die Partei schon oft verlassen hat und wieder zurückgekommen ist“, spiele sich medial ziemlich auf. „Er sollte besser an sich selbst denken und nicht den Lehrmeister spielen“, so der Generalsekretär.Für ihn selbst komme die Debatte um die Nachfolge von Obfrau Mair zeitlich ungünstig. „Ich bin noch Student, Obmann der Freiheitlichen zu sein ist ein Vollzeitjob. Als Nichtmandatar ist das schwierig“, so Demanega, der in Trient drei Jahre lang Bauingenieurswesen studiert hat.Er wolle im Herbst ein Masterstudium beginnen, „ich weiß aber noch nicht, ob in Südtirol oder weiter weg“, betont er. Deshalb komme für ihn die Obmannschaft derzeit nicht in Frage, auch nicht bei einer breiten Unterstützung in seiner Partei für seine Kandidatur.„Ich möchte mir zuerst ein berufliches Standbein erarbeiten. Die Politik ist, wie man sieht, ein sehr schnelllebiges Geschäft und sollte nicht das einzige Standbein sein. Für mich ist es zudem keine Lebensaufgabe, Politik ist ein Auftrag auf Zeit.““Viele Überläufer und teils Opportunisten“Die parteiinternen Polemiken der vergangenen Wochen und Monate waren für Demanega keine Überraschung, denn bei den Freiheitlichen herrsche schon seit längerer Zeit Unruhe.Es habe „sehr viele Geschichten“ gegeben, so Demanega, der in diesem Zusammenhang den Namen des ehemaligen Landtagsabgeordneten Thomas Egger, der vor Jahren von der SVP zu den Freiheitlichen gegangen war, nennt. Im Hintergrund seien "oft harte Sachen" gelaufen.„Der Erfolg der Partei in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass viele Überläufer und teils Opportunisten zu uns gekommen sind, die den persönlichen Vorteil suchen und nicht aus Überzeugung bei den Freiheitlichen sind“, so Demanega. Deshalb brauche die Partei jetzt eine Erneuerung, also „einen Neustart und neue Leute, aber auch mehr Debatten um Inhalte und nicht um Personen. Es braucht wieder Klarheit bei unseren Themen wie Einwanderung, Machtkontrolle und Freistaat. Wir müssen langfristig denken. Ich bin mir sicher, dass wir dann zu alter Stärke zurückfinden“, so Michael Demanega gegenüber Stol.rb