Eins vorausgeschickt: Analysiert wurden jene politischen Akte, die die Abgeordneten als Erstunterzeichner eingebracht haben (Stand 1. Februar 2026). Konkret geht es dabei um Gesetzentwurf, Beschlussantrag zu Gesetzentwurf, Beschlussantrag und Anfrage (siehe Infografik). Zudem ist anzumerken, dass sich die Arbeit im Landtag natürlich nicht allein in Zahlen fassen lässt und dies nur ein (statistischer) Blick auf eine vielfältige Tätigkeit ist.<h3> Wo die Grünen ganz vorn liegen</h3>So ist Landeshauptmann <Fett>Arno Kompatscher</Fett> jener Abgeordnete mit den meisten eingebrachten Gesetzentwürfen. Keine Überraschung, „denn die Gesetzentwürfe kommen in der Regel über die Regierung in den Landtag“, erklärt der emeritierte Universitätsprofessor für Politikwissenschaft, Günther Pallaver (siehe untenstehendes Interview).<BR /><BR />Bei der Opposition liegen die <Fett>Grünen</Fett> in puncto Gesetzentwürfe ganz vorn. Elf haben sie bislang eingebracht, dahinter folgt das <Fett>Team K</Fett> mit acht. Von den Einmann-Fraktionen war <Fett>Sandro Repetto</Fett> (PD) mit vier Gesetzentwürfen am fleißigsten, vor <Fett>Andreas Colli</Fett> (drei, Wir Bürger) und <Fett>Andreas Leiter Reber</Fett> (zwei, Freie Funktion). <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1269381_image" /></div> <h3> Wer der „Anfragenkönig“ ist</h3>Der Landtag kann der Landesregierung politische Vorgaben für deren Tätigkeit machen – zwar hauptsächlich über Beschlussanträge und Beschlussanträge zu den Gesetzentwürfen. Die Mehrheit kommt auf insgesamt 50. Das Team K als Oppositionspartei landet auf Platz eins mit insgesamt 136 eingebrachten Beschlussanträgen und Beschlussanträgen zu den Gesetzentwürfen. Dahinter reihen sich die Grünen ein (108) und die <Fett>Süd-Tiroler Freiheit</Fett> (79). Bei den Einmann-Fraktionen war Leiter Reber der fleißigste (47), gefolgt von <Fett>Jürgen Wirth Anderlan</Fett> (34, JWA) und Repetto (32). <BR /><BR />Eine der wohl wichtigsten Aufgaben des Landtags, speziell der Opposition, ist die Kontrolle über die Tätigkeit der Landesregierung. Diese erfolgt auch mittels Anfragen. „Anfragenkönig“ ist in der bisherigen Legislaturperiode Wirth Anderlan mit 423 Anfragen. Knapp an der 400er-Grenze kratzt auch die Süd-Tiroler Freiheit mit insgesamt 397 Anfragen. Gut informiert sein wollen auch die Grünen (217) und das Team K (200). <h3> Welcher Abgeordnete am aktivsten ist</h3>Von allen vier untersuchten politischen Tätigkeiten insgesamt war Wirth Anderlan am fleißigsten (457), wobei es sich davon allein um 423 Anfragen handelt. Das sind doppelt so viele Anfragen wie jene des Zweiten im „Zahlen-Ranking“, <Fett>Sven Knoll</Fett> von der Süd-Tiroler Freiheit (196). Auf Platz drei folgt <Fett>Madeleine Rohrer</Fett> von den Grünen (172). <BR />Am anderen Ende der Liste finden sich erwartungsgemäß Mitglieder der Mehrheit, etwa die Landesräte <Fett>Marco Galateo</Fett>, <Fett>Philipp Achammer</Fett>, <Fett>Peter Brunner</Fett> und Landesrätin <Fett>Magdalena Amhof</Fett>. Als Mitglieder der Landesregierung haben sie eine andere Funktion als die Opposition und stellen klarerweise nicht Anfragen, die sie dann selbst beantworten müssten. Bei der Opposition sind auf den hinteren Plätzen <Fett>Renate Holzeisen</Fett> von Vita (19), <Fett>Thomas Widmann</Fett> (21, Für Südtirol mit Widmann) und <Fett>Myriam Atz</Fett> (22, STF).<BR /><h3> „Quanität ist nicht gleich Qualität“</h3>Kann man die Arbeit der Landtagsabgeordneten überhaupt bewerten? Das erklärt der emeritierte Universitätsprofessor für Politikwissenschaft, Günther Pallaver, im Interview. <BR /><BR /><BR /><b>Wer ist fleißiger? Jener Abgeordnete, der Hunderte von Anfragen oder jener, der mehrere Gesetzentwürfe eingebracht hat?</b><BR />Em. Univ.-Prof. Günther Pallaver: Der Vergleich hinkt ein bisschen. Beide Initiativen können sehr zeit- und arbeitsintensiv sein, aber genauso nur ein oberflächlicher Schnellschuss. Es hängt von der Qualität der Anfrage und des Gesetzentwurfs ab. Es hängt auch von der unterschiedlichen Funktion der Abgeordneten ab, ob sie zur Mehrheit oder zur Opposition gehören. In Zukunft wird die Künstliche Intelligenz (KI) den Abgeordneten viel Arbeit abnehmen. Anfragen oder Gesetzentwürfe kann auch die KI generieren. Dann erübrigt sich bald einmal die Frage, wer fleißiger ist. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73296408_quote" /><BR /><BR /><b>Kann man die Arbeit der Landtagsabgeordneten überhaupt bewerten?</b><BR />Pallaver: Man kann sie sehr wohl bewerten. Man müsste eine Reihe von Kriterien aufstellen und die einzelnen Abgeordneten da durchdeklinieren, angefangen von der ganz banalen Erfassung ihrer Anwesenheit bei den Sitzungen im Landtag und in den Ausschüssen. Und natürlich, Abgeordnete der Regierung und der Opposition haben zum Teil unterschiedliche Funktionen. So ist es naheliegend, dass jene, die zur Mehrheit gehören, weit weniger Anfragen stellen als jene der Opposition. Und was die Gesetzentwürfe betrifft, so kommen diese in der Regel über die Regierung in den Landtag. Und die Regierung verfügt über einen ganz anderen Verwaltungsapparat als die Opposition. Wenn Abgeordnete durch eine sehr hohe Anzahl an Anfragen auffallen, dann hängt dies oft mit dem Interesse zusammen, mediale Präsenz zu erhalten. Allerdings zu glauben, dass höhere mediale Präsenz automatisch zu einem größeren elektoralen Konsens führt, ist ein Trugschluss. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73301052_quote" /><BR /><BR /><b>Spielt nicht auch die Fraktionsgröße eine Rolle?</b><BR />Pallaver: Eindeutig. Eine Einmann/Frau-Fraktion kann nicht dasselbe Arbeitspensum an den Tag legen wie eine Fraktion mit mehreren Abgeordneten. Hinter jeder Fraktion steht ja auch ein Verwaltungsapparat, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und finanzielle Ressourcen. Das hat auf die Arbeit im Landtag Auswirkungen. <BR /><BR /><b>Was zeichnet fleißige Abgeordnete aus?</b><BR />Pallaver: Fleiß im Landtag zeigt sich weniger in Reden fürs Protokoll, sondern in oft stiller, kontinuierlicher Arbeit mit Wirkung für die Allgemeinheit.