Insgesamt stehen 77 Personen im Visier der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft, von denen aber auch viele mit dem System Benko-Hager nichts zu tun haben.<BR /><BR />Während Benko, Hager und Signoretti die Spitze dieser mutmaßlich kriminellen Vereinigung gebildet haben sollen, seien darunter – auf gleicher Ebene – 6 weitere Akteure gefolgt, gegen die ebenfalls schwere Vorwürfe erhoben werden: Auf Südtiroler Seite sind dies die beiden Architekten Andrea Saccani und Fabio Rossa, weiters Fabio Barzon, Inhaber der Marketing-Agentur DNA, und Daniela Eisenstecken, Direktorin des Amtes für Verwaltung des Gemeindegebietes der Stadt Bozen. <BR /><BR />Auf Trentiner Seite ordnen die Ermittler auf dieser Ebene die Bürgermeisterin von Riva, Cristina Santi, und den ehemaligen Senator und Bürgermeister von Dro, Vittorio Fravezzi, ein. Santis Hausarrest wurde gestern aufgehoben, für sie besteht aber eine Aufenthaltspflicht. Diese 9 Personen stehen unter dem Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben, mit dem Ziel, zahlreiche Verbrechen zu begehen – vor allem gegen die öffentliche Verwaltung.<BR /><BR />Und die Vorwürfe reichen von Bestechung über Unterlassung von Anzeigen einer strafbaren Handlung, Offenbarung und Nutzung von Amtsgeheimnissen bis hin zum Ausstellen von Rechnungen oder anderen Dokumenten für nicht erfolgte Leistungen. Ziel der Straftaten sei gewesen, Konzessionen und Ermächtigungen zu erhalten sowie Aufträge und öffentliche Dienstleistungen, um damit Profit oder unrechtmäßige Vorteile zu erhalten – für sich oder andere. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1105329_image" /></div> <BR /><BR />Neben diesen 9 Personen gibt es noch eine weitere Gruppe von etwa 10 Personen, die ebenfalls unterstützend im System Benko-Hager gewirkt haben soll, um Immobilienprojekte zügig zu verwirklichen. Ins Visier der Ermittler geraten ist dabei auch der frühere Wirtschaftslandesrat Werner Frick, dem vorgeworfen wird, als Leiter des Büros des Vizebürgermeisters gegen seine Dienstpflichten verstoßen zu haben, indem er auf Kollegen einwirkte, damit diese rasch die Genehmigungen für die Weiterführung der Signa-Projekte erteilten. Zu dieser Gruppe zählt auch beispielsweise Philipp Waldthaler, dem vorgeworfen wird, als Gemeindereferent in Eppan 50.000 Euro von Heinz Peter Hager erhalten zu haben.<BR /><BR />Darüber hinaus gerieten der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft von Trient noch Dutzende weitere Personen ins Netz, die ebenfalls unter dem Verdacht stehen, Straftaten begangen zu haben. <BR /><BR />Mit dem Netzwerk Benko-Hager-Signoretti haben diese Personen allerdings nichts zu tun. Für alle 77 Personen, gegen die ermittelt wird, gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.