Südtirols Bürger, und mit ihnen der Landeshauptmann, ärgern sich grün und blau über den Renten-Segen im Regionalrat. „Die Frage ist, ob wir nur mehr betteln können, dass die Begünstigten freiwillig etwas abgeben, um die Gemüter zu beruhigen oder ob wir die Situation rechtlich ändern können“, sagt Kompatscher. Trifft Letzteres zu, so werde die Politik alle ihre Spielräume nutzen.Streitpunkt „erworbene Rechte“Angeblich gibt es diese Spielräume sehr wohl. Ex-Regionalratspräsidentin Rosa Thaler hat die Zahlungen an die Mandatare stets damit begründet, dass man „erworbene Rechte nicht beschneiden“ könne. Das stimmt auch.Einige Rechtsexperten behaupten aber, dass es bei Politikern keine erworbenen Rechte gebe.Im Landtag ist man da vorsichtiger. Fix scheint aber jedenfalls eines: Nicht jeder, der jetzt mit Vorschüssen sowie Anteilen am sog. Family-Fonds bedacht wurde, habe erworbene Rechte.„Ein erworbenes Recht ist laut Urteil des Verfassungsgerichts erst erwachsen, sobald jemand seine Pension bezieht“, sagt Rentenexperte Helmuth Renzler.Rotstift bei Kasslatter-Mur, Minniti, Munter und Co.?Auf der sicheren Seite wären damit Werner Frick (1,182 Mio. Euro), Franz Pahl (1,041 Mio. Euro), Oskar Peterlini (1,003 Mio. Euro), Giorgio Holzmann (978.813 Euro), Luis Durnwalder (919.000 Euro) und Siegfried Messner (818.626).Mit weiteren 27 Südtiroler-Altmandatare haben zugestimmt, dass ihres mit der ersten Pension erworbenes Recht von 6800 Euro Rente auf 2800 Euro gekürzt wird.Ganz anders soll die Rechtslage bei 23 Südtiroler und 17 Trentiner Abgeordneten sein. Weil sie das Rentenalter (65 Jahre) nicht erreicht haben oder weiter im Landtag sitzen, erhalten sie keine Pension. Und ohne Pension kein erworbenes Recht.Unter den Betroffenen wären die Renten-Millionäre Sabina Kasslatter (1,425 Mio. Euro), Mauro Minniti (1,322 Mio. Euro), Hanspeter Munter (1,317 Mio. Euro), Michl Laimer (1,165 Mio. Euro), Eva Klotz (1,145 Mio. Euro) und Pius Leitner (1,034 Mio. Euro).bv/D_________________________________________________________________________________Wie’s nun weitergeht mit den Goldenen Polit-Pensionen, lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe der Tageszeitung „Dolomiten“.