Montag, 27. Januar 2020

#WeRemember in Gedenken an die Holocaust-Opfer

Am internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust beteiligten sich viele Leute auch in den sozialen Netzwerken. Sebastian Kurz twitterte Fotos, auf denen er ein Schilder mit der Aufschrift #WeRemember hochhielt.

Menschen aus der ganzen Welt nehmen an der Kampagne #WeRemember teil. - Foto: © APA/afp / JOHN MACDOUGALL

Die bereits seit mehreren Jahren laufende Kampagne soll Bewusstsein schaffen, warum es wichtig ist, sich der Ereignisse vor mehr als 7 Jahrzehnten zu erinnern. Als Sinnbild für die Gräuel des Holocaust gilt das NS-Vernichtungslager Auschwitz, das vor 75 Jahren von Truppen der Roten Armee befreit wurde. Der Tag der Auschwitz-Befreiung wird seit dem Jahr 2006 weltweit als Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begangen.



Menschen aus der ganzen Welt nehmen an der Kampagne #WeRemember teil und posten Fotos auf Twitter, um nicht zu vergessen was Schreckliches passiert ist.

„Am 27. Jänner gedenken wir der über 6 Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Welt diese Gräuel niemals vergisst und entschlossen gegen alle Formen von Antisemitismus und Antizionismus ankämpft“, schrieb Bundeskanzler Kurz bereits am Sonntagabend unter sein #WeRemember-Foto.



Am Montag erklärte Kurz, auch nach 75 Jahren sei das Gedenken an die Opfer „wichtiger denn je“. Auch müsse weiter gegen „alle Formen des Antisemitismus sowie Antizionismus“ angekämpft werden, so der Bundeskanzler von Österreich.

Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau

Der Name Auschwitz hat sich als Synonym für den Holocaust und Inbegriff des Bösen weltweit ins Bewusstsein eingebrannt. Allein in dem Lagerkomplex unweit von Krakau brachten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen um, zumeist Juden. In ganz Europa ermordeten sie während der Shoah etwa 6 Millionen Menschen jüdischer Herkunft.

Am Montagnachmittag fand im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau eine Gedenkfeier statt. Dabei gab es auch einen Rundgang durch das ehemalige Lager. An der Zeremonie nahmen auch Holocaust-Überlebenden teil, darunter Mano Höllenreiner. Im Alter von 9 Jahren wurde er gemeinsam mit seiner Familie von den Nazis nach Auschwitz verschleppt. „So etwas darf nie mehr wiederkommen“, sagte Höllenreiner vor dem Abflug zu Journalisten. Es sei ganz schlimm, „dass es schon wieder so viele Nazis gibt“. Er könne deswegen manchmal nachts schon nicht mehr schlafen. „Das ist eine Schande für Deutschland“, sagte Höllenreiner.



Zu der Gedenkfeier am Nachmittag reiste auch Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen an. „Auschwitz zu besuchen ist nicht leicht. Aber es ist notwendig“, teilte er in einer Stellungnahme im Vorfeld der Zeremonie mit.

Der deutsche Bundespräsident Steinmeier nahm ebenfalls an der Zeremonie teil. In das Gästebuch der Gedenkstätte schrieb Steinmeier, er verneige sich in Trauer vor den Opfern und den Überlebenden.

Konzert in Berlin

Auch in Berlin wurde am Montag der Gedenktag an die Befreiung von Auschwitz begangen. Im Mittelpunkt des Gedenkprogramms in der deutschen Hauptstadt sollte ein Konzert in der Staatsoper Unter den Linden stehen, zu dem am Abend die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki erwartet wurden.



Israel und Polen setzten auf Entspannung

Zum Holocaust-Gedenken zeichnet sich eine Entspannung im Verhältnis zwischen Israel und Polen ab. Israels Präsident Reuven Rivlin lud seinen polnischen Kollegen Andrzej Duda am Montag zu einem Besuch ein.
„Wir möchten der polnischen Nation heute die Hand geben und bitten, dass wir erneut auf den Weg zurückkehren, den wir gemeinsam gehen können“, sagte Rivlin im polnischen Städtchen Oswiecim (Auschwitz) nach einer Begegnung mit Duda vor der Gedenkfeier in dem früheren deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.













apa/stol