Der Präsident der Toskana, Enrico Giani (PD), wehrt sich gegen den Bau von Einrichtungen, in denen Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung bis zu 18 Monaten vor der Abschiebung festgehalten werden können: „Ich werde keinem Abschiebungszentrum in der Toskana zustimmen. Die Italiener werden an der Nase herumgeführt, denn das Problem der Einwanderung besteht darin, die Migranten aufzunehmen, und nicht darin, sie hinauszuwerfen.“ Abschiebungszentren seien jedenfalls nicht die Antwort auf die Migrationskrise.<BR /><BR /> Der Präsident Friaul-Julisch Venetiens, Massimiliano Fedriga (Lega), betonte derweil, dass das aktuelle Aufnahmesystem, welches die Verteilung von Migranten auf mehrere kleinere Gemeinden vorsieht, gescheitert sei. Es sei unmöglich, die Migranten zu kontrollieren.<BR /><BR />„Wir müssen eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen zwischen dem Schutz derjenigen, die Anspruch darauf haben, und der Sicherheit der Bürger“, sagte Fedriga, der auch Präsident der Konferenz der Regionen ist.<h3> Frankreich sichert Italien Hilfe zu</h3> Die Regierung Meloni erhebt indes Zweifel an der Bereitschaft Tunesiens, mit Europa im Kampf gegen die illegale Migration zusammenzuarbeiten. „Es gibt auch Zweifel über die Fähigkeit, aber auch über die Bereitschaft der tunesischen Institutionen zur Zusammenarbeit, auch wenn sie Jahresanfang Zehntausende von Menschen gerettet haben“, sagte Italiens Innenminister Matteo Piantedosi, der in Rom seinen französischen Amtskollegen Gerald Darmanin traf. Frankreich wolle „Italien helfen, seine Außengrenze zu sichern“, betonte Darmanin.<BR /><BR />Selbst Migranten aufnehmen will Paris allerdings nicht: „Frankreich wird keine Migranten aus Lampedusa aufnehmen. Und es ist nicht so, dass wir durch die Aufnahme von mehr Personen den Fluss, der unsere Integrationskapazität berührt, versiegen lassen können“, sagte Darmanin. Darmanin zufolge hat Frankreich Italien angeboten, bei der Rückführung von Menschen in Länder zu helfen, mit denen Paris gute diplomatische Beziehungen pflege. <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/paris-will-keine-migranten-aus-lampedusa-aufnehmen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier lesen Sie mehr.</a><h3> Kompatscher: Keine Migranten aus anderen Regionen in Südtiroler Abschiebezentrum</h3>Das Thema Abschiebezentrum kam auch bei einem Treffen zwischen Landeshauptmann Arno Kompatscher und dem italienischen Innenminister Matteo Piantedosi zur Sprache. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Ansa.<BR /><BR />„Der Minister hat bekräftigt, dass das Abschiebezentrum in Südtirol nur dem lokalen Bedarf dienen wird und dort keine Migranten aus anderen Regionen untergebracht werden sollen“, so der Landeshauptmann.<BR /><BR />Das Zentrum soll laut Kompatscher eine Kapazität von 50 Plätzen haben und wird direkt von Rom finanziert und verwaltet. <BR /><BR />Piantedosi unterstrich auch die Sonderbehandlung Südtirols, wenn es um die Zuweisung von Migranten geht, die derzeit die Mittelmeerinsel Lampedusa erreichen. „Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein Privileg, sondern viel mehr um die Anerkennung der Transitströme, die wir als Grenzgebiet haben. Wie auch Friaul oder andere nördliche Regionen“, so Kompatscher.<h3> Innenminister kommt zu Sicherheitskonferenz nach Südtirol</h3>Außerdem kündigte Kompatscher an, dass der Innenminister in Kürze in Bozen erwartet werde. Bei einer Konferenz soll das Thema öffentliche Sicherheit in Südtirol besprochen werden.<BR /><BR />„Wir leben in einem ruhigen Gebiet, haben aber auch unsere Probleme, wie die jüngsten Fälle von Gewalt gegen Frauen und gewalttätigen Jugendlichen zeigen“, so Kompatscher.