Dienstag, 29. Juni 2021

Widmann: 10.000 Pikse fehlen bis zum Platz im Impf-Spitzenfeld

Den Südtirolern hängt der Ruf an, Impfmuffel zu sein. Dabei fehlten nur 10.000 Personen – und das Land wäre im Impf-Ranking im Spitzenfeld, sagt Gesundheitslandesrat Thomas Widmann. Warum das gerade in dieser Phase so wichtig ist und wie die Verantwortlichen dem Ziel näher kommen wollen, darüber wurde am Dienstag im Landtag gesprochen.

Landesrat Thomas Widmann
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Landesrat Thomas Widmann - Foto: © DLife/RM
Auch im Landtag war Corona am Dienstag das beherrschende Thema: Gesundheitslandesrat Thomas Widmann bemerkte, seit einem Monat befänden sich nur mehr einer bis 4 Patienten in Intensivbehandlung. Alle diese Fälle gingen „eigentlich von einem Infektionsherd aus“, sagte er. Die Situation in den Krankenhäusern habe sich stabilisiert, die Inzidenz sei gesunken – ähnlich wie im letzten Sommer. Zwar klinge das beruhigend, so Widmann, „aber wenn man die Situation in Europa betrachtet, sieht man die Gefahr durch die Delta-Variante.“

Delta-Variante wird Infektionsgeschehen bald dominieren

In Südtirol sei diese durch Mitarbeiter im Gastgewerbe verbreitet worden, erläuterte der Landesrat: „Die Situation konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden.“ Man schätze, dass Delta innerhalb einer Woche das Infektionsgeschehen in Europa dominieren werde, in einzelnen Ländern sei das bereits der Fall.

In Ländern mit ähnlicher oder höherer Durchimpfungsrate wie Südtirol würden die Infektionen wieder steigen, vor allem bei Jüngeren. Lissabon sei abgeriegelt, Portugal sei vom Robert-Koch-Institut in Deutschland zur Risikozone erklärt worden. „Israel, wo 60 Prozent geimpft sind, führt wegen steigender Infektionen die Maskenpflicht wieder ein“, illustrierte Widmann. Es sei also Vorsicht geboten: „Wir erinnern uns an den vergangenen Herbst.“

Der einzige Ausweg sei das Impfen. Die Impfung schütze auch im Fall einer Infektion mit der Delta-Variante vor einem Krankenhausaufhalt. „Bei den Personen unter 40 ist die Impfrate noch sehr niedrig, sie sind zwar nicht so gefährdet wie die Senioren, können aber Ansteckungen weitergeben“, erklärte Widmann.

Auch ein Ziel gab er aus: „Wenn wir weitere 10.000 Personen erreichen würde, wären wir wieder im Spitzenfeld.“ Nun wolle man ein unterschwelliges Angebot schaffen, auch in einzelnen Gemeinden.

stol