Montag, 06. April 2020

Widmann: „Die Masken sind zu 100 Prozent sicher“

Im Südtiroler Sanitätsbetrieb gehen die Wogen hoch. Der Grund: Laut Medienberichten sei die Qualität der 1,5 Millionen Schutzmasken, die am 24. März in Südtirol eingetroffen sind, mangelhaft.

Die Ankunft der Schutzausrüstung aus China am Flughafen Wien-Schwechat.
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Die Ankunft der Schutzausrüstung aus China am Flughafen Wien-Schwechat. - Foto: © GEORG HOCHMUTH
STOL hat sich umgehend mit Gesundheitslandesrat Thomas Widmann und Dr. Patrick Franzoni, dem verantwortlichen Arzt der Covid-Med-1-Station im neuen Krankenhaus Bozen, in Verbindung gesetzt.

„Die Masken sind zu 100 Prozent sicher. Es stimmt, dass die Masken bei der Anpassung Probleme machen, aber das liegt in der Natur der Sache, je nach Gesichtsform“, erklärt Landesrat Widmann. Bevor die Masken an die Krankenhäuser, Seniorenheime usw. verteilt wurden, seien sie von Technikern geprüft und für gut befunden worden, bei korrekter Verwendung. „Aus diesem Grund haben wir auch eine Gebrauchsanweisung beigelegt, denn unser oberstes Prinzip ist die Sicherheit aller Mitarbeiter.“

An vorderster Covid-19-Front steht Dr. Patrick Franzoni, der Schweizer ist der verantwortliche Arzt der Covid-Med-1-Station im neuen Bozner Krankenhaus. Er verwendet die besagten Masken jeden Tag, samt der dazugehörenden Schutzkleidung.

„Ich bin entsetzt von dieser Geschichte, ich habe alles live miterlebt. Wir waren Mitte März mit den Masken am Limit. Wir haben uns so gefreut, dass endlich Nachschub da war. Ich habe alles sofort getestet, bin in die Covid-Abteilung gegangen mit Maske und Brille – wie ein Astronaut. Ich verwende diese Masken von Anfang an ohne Probleme“, schildert Franzoni.


Dass Schutzausrüstung bei der Passform problematisch ist, sei hinlänglich bekannt: „Ich wusste, dass man aufpassen muss, aber das ist normal. Jede Ausrüstung muss immer kontrolliert werden ob sie gut sitzt. Darum war das für mich auch nichts besonderes, auch ein Feuerwehrmann oder ein Taucher muss seine Ausrüstung vor dem Einsatz checken.“ Beim An- und Ausziehen helfen Pfleger mit und schauen, dass alles gut sitzt. „Ein guter Test ist, an Alkohol riechen. Riecht man nix, dann passt die Maske“, so der Arzt. Sanitätspersonal mit Bart z.B. musste sich rasieren, denn nur so sei die Maske auch dicht.

„Ich würde nie, nie, nie in einen Covid-Raum gehen, wenn ich auch nur den geringsten Zweifel an der Qualität unsere Masken hätte. Wir sind mit dieser Ausrüstung überglücklich. Ohne der Lieferung wären wir fertig gewesen“, sagt Franzoni, der seit 8 Wochen jeden Tag an der Covid-19-Abteilung im Dienst ist.

Diese Abteilung im 4. Stock des neuen Bozner Krankenhauses verbraucht in etwa 1200 Schutzmasken und -anzüge pro Monat, denn jede Maske und jeder Anzug darf nur einmal verwendet werden und muss fachgerecht entsorgt werden.

Am 24. März wurde die Schutzausrüstung aus China über Wien nach Südtirol geliefert.

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zor

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