Wir haben bei Wobi-Direktor Wilhelm Palfrader nachgefragt, wie es um die Besetzung der Wobi-Wohnungen steht und welche Lösungsansätze er für den Wohnbedarf sieht. <BR /><BR /><b>Herr Palfrader, das Wobi besitzt in Bozen 6485 Wohnungen. Immerhin 382 davon stehen leer. Kann sich das Wohnbauinstitut diesen Leerstand leisten, wenn die Ranglisten immer länger werden?</b><BR />Wilhelm Palfrader: Die Zahl relativiert sich sofort, wenn ich dazu erkläre, dass von den 382 nicht besetzten Wohnungen schon 82 fertig saniert und 128 bereit für die Übergabe sind. Letztere Wohnungen werden in Kürze zugewiesen. <BR /><BR /><b>Bei den verbleibenden, leer stehenden Wohnungen handelt es sich also um Unterkünfte, die saniert werden müssen?</b><BR />Palfrader: Ja, genau. Und zwar in ganz unterschiedlichem Ausmaß. Die einen benötigen lediglich kleinere Eingriffe, wie das Abschleifen des Bodens oder Malerarbeiten, die anderen müssen hingegen komplett saniert werden, da die Mieter 30 oder 40 Jahre darin gewohnt haben. In diesem Fall muss natürlich einiges gemacht werden. <BR /><BR /><b>Danach werden sich dann auch die Kosten richten...</b><BR />Palfrader: So ist es. Für die gut erhaltenen Wohnungen geben wir vielleicht nur 15.000 Euro aus, für die anderen im Schnitt 50.000 Euro. Im Jahr schaffen wir es in etwa an die 500 Wohnungen zu renovieren. Was uns letzthin zu schaffen gemacht hat, waren die Preissteigerungen im Baubereich, die ja etwa 30 Prozent betragen. <BR /><BR /><b>Ist das nötige Geld nicht vorhanden?</b><BR />Palfrader: Weniger das als vielmehr die Tatsache, dass sich die Ausschreibungen stark verzögert haben. Die Unternehmen wollten zu den alten Bedingungen nicht mehr teilnehmen und der Staat sowie das Land mussten erst die neuen Preisverzeichnisse ausarbeiten und genehmigen. Wir hatten etwa ein halbes Jahr Stillstand. Jetzt sind die Arbeiten wieder voll angelaufen. <BR /><BR /><b>Wie bewerten Sie die viel zitierte „Wohnungsnot“ in Bozen?</b><BR />Palfrader: Vor 30 oder 40 Jahren war die Wohnungsnot viel größer. Damals wurde durch die extrem hohe Nachfrage der Bedarf in den Gemeinden erhoben und dann wurden Ausschreibungen gemacht. Auch wir als Wobi würden in Bozen jetzt bauen, doch es sind keine geeigneten Flächen vorhanden. Geeignet wäre sicher das Bahnhofsgelände, wo wir ja 500 Wohnungen verwirklichen sollen. Wann das aber soweit sein soll, ist noch unklar. <BR /><BR /><b>Und andere Ausweisungen sind politisch oft nicht gewollt...</b><BR />Palfrader: Wie etwa die Ausweisung von weiterem Grund westlich der Reschenstraße. Aber auch Ausweisungen in Richtung Leifers sehe ich schwierig. Am ehesten, würde ich sagen, wäre eine Expansion in Richtung Terlan oder Andrian denkbar. <BR /><BR /><b>Wie ist die Lage in Leifers? Bürgermeister Renzo Caramaschi pocht weiterhin darauf, dass die Leiferer Grund für den Bozner Bedarf bereitstellen sollen....</b><BR />Palfrader: Dort hat das Wobi 435 Wohnungen, 53 sind aktuell nicht besetzt. In der Toggenburg-1-Zone sind 30 Wohnungen zugewiesen, derzeit läuft die Überprüfung der Gesuche. Die Gemeinde müsste uns einen Grund zur Verfügung stellen, was aber derzeit nicht in Sicht ist. <BR />