Es ist ein Streit darum, wer wen fragen sollte. Allerdings mit Vorgeschichte: Durnwalder hatte in der Kommission eigenmächtig für die Reform gestimmt. „Nach Rücksprache mit Obmann Achammer“, präzisiert Durnwalder. <BR /><BR />Als der SVP-Ausschuss am Montag beschloss, sich bei der Verfassungsreform zu enthalten, hatte Unterberger bereits erklärt, dass sie am Votum nicht teilnehme und war gegangen. Viele waren überrascht, dass sie nicht Durnwalder, sondern Spagnolli mit der Stimmabgabeerklärung für die Autonomiegruppe beauftragt hatte. Obmann oder Landeshauptmann sollten mit ihr reden. Das ist nicht passiert. <BR /><BR />„Es wäre das Normalste der Welt gewesen, mit Durnwalder den Parteikollegen zu fragen, der die Reform 6 Monate in der Kommission begleitet hat. Da Spagnolli der Opposition angehört, haben wir es aber elegant gelöst. Mir war wichtig, dass die Position der SVP klar darlegt und nicht über einen Dritten zerredet wird“, sagt Obmann Steger.<h3> Zuerst Kritik, dann Lob</h3>Und so spielte sich in Rom eine kuriose Szene ab: PD-Mann Spagnolli zerpflückte die Verfassungsreform als „Niederlage für die Autonomien.“ Der Staatspräsident werde zum „Notar“ degradiert. Spagnolli bedankte sich für die Klausel zum Schutz der sprachlichen Minderheiten im Wahlgesetz, bezweifelte aber, dass sie sich mit dem Mehrheitsbonus in Einklang bringen lässt. <BR /><BR /> Kurz darauf ergriff Durnwalder „im Widerspruch“ zu Spagnolli das Wort. Es gebe Bedenken, weil das Vertretungsrecht der sprachlichen Minderheiten im Wahlgesetz aber in der Verfassung verankert werde, habe sich die SVP für eine Enthaltung entschieden.<BR /><BR />„Der Meini hätte reden können, wenn er mich gefragt oder etwas gesagt hätte“, so Unterberger. Durnwalder ergreife so selten das Wort, dass sie nicht an ihn gedacht habe. „Ich hätte sogar Spagnolli noch bitten können, zugunsten von Durnwalder zu verzichten. Aber nicht mit mir reden und dann über die Partei beschließen wollen, wer für die Autonomiegruppe redet, geht nicht“, sagt Unterberger. „Steger vermeidet jede direkte Konfrontation. So wie er sich aufführt, findet er bei mir nur Gegenwehr.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-65296969_quote" /><BR /><BR />„Die Julia soll jetzt nicht die Unschuld vom Lande spielen“, sagt hingegen Durnwalder. „Ich habe die Arbeiten zur Reform über Monate verfolgt und werde sie nicht betteln, reden zu dürfen.“ Dass er sich auf seine Rede bereits vorbereitet hatte, wusste Unterberger über den gemeinsamen Pressesprecher. Er habe Unterbergers Abwesenheit bei der Abstimmung als falsch befunden, da man sich an Parteibeschlüsse zu halten habe. „Ich habe aber keine Lust auf Tändeleien. Der Obmann hat mir gesagt, ich soll im Widerspruch zu Spagnolli reden. Die Sache ist erledigt“, sagt Durnwalder.<h3> „Keiner braucht jetzt den Heiligen zu spielen“</h3>Allemal gibt es eine Vorgeschichte. „In der Kommission des Senats hat Durnwalder ohne Rücksprache mit der Autonomiegruppe für die Verfassungsreform gestimmt. Wir haben davon nur aus der Presseaussendung des Berichterstatters erfahren, der uns erfreut zur Mehrheit zählte“, sagt Unterberger.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1042521_image" /></div> <BR /><BR />„Keiner braucht jetzt lang den Heiligen spielen. Ich habe vor 6 Wochen in der Kommission mit Ja gestimmt, weil wir sonst die Minderheitenklausel nicht bekommen hätten“, so Durnwalder. Nicht im Alleingang, sondern nach Absprache mit dem damaligen Obmann Achammer.<BR /><BR />Wie dem auch sei. Gestern gab es eine Aussprache zwischen den beiden SVP-Senatoren. „Das nächste Mal machen wir es besser. Konflikte wird es weiter geben, denn ich stehe auf der linken, er auf der rechten Seite. Was mich betrifft, ist aber nicht mit Absicht passiert und ich habe meine Lehre daraus gezogen: In Zukunft werde ich Durnwalder immer fragen, ob er das Wort ergreifen will“, gelobt Unterberger.