Donnerstag, 12. Mai 2022

Wie viel ist uns die Pflege wert?

„In die Pflege investieren – Rechte respektieren für eine globale Gesundheit“ lautet das Motto des diesjährigen internationalen Tages der Pflege: Doch wie kann das Berufsbild aufgewertet werden?

Gerade in der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitswesen ist. - Foto: © shutterstock

Altersheimen, Tagesstätten und Werkstätten für Menschen mit Behinderung geht langsam das Personal aus. Mit einer Gehaltsaufbesserung will die Landesregierung gegensteuern und die Berufsbilder aufwerten. Was die öffentliche Hand als Vorschlag vorgelegt hat, bringt einige Gewerkschaften aber auf die Barrikaden. Die vorgeschlagene Gehaltsaufbesserung für die Pflegekräfte sei „ein Witz“: Bei monatlich 20 bis 45 Euro mehr am Lohnstreifen könne keine Rede von einer Aufwertung sein, so der ASGB-Vorsitzende Tony Tschenett. (S+ hat berichtet: Den ausführlichen Bericht finden Sie hier).

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„Die vergangenen beiden Jahre waren für uns alle schwierig, doch wir haben gesehen, welches Potenzial in uns steckt“, sagt Marianne Siller, Pflegedirektorin im Südtiroler Sanitätsbetrieb. Ihr ist wichtig, dass das Krankenpflegepersonal weiter unterstützt und auf den Ausbau von Fach-, Führungs- und Forschungskompetenzen gesetzt wird. Maßnahmen zur Reduktion von Bürokratie, verbindliche Arbeitszeiten und Zulagen für Zusatzleistungen seien nur einige der Ansätze, um den Beruf attraktiv zu gestalten: „In die Pflege zu investieren, ist für uns alle wichtig“, so Siller.

In die Pflege zu investieren, ist für uns alle wichtig.
Marianne Siller, Pflegedirektorin im Sanitätsbetrieb


Gesundheits- und Sozialberufe sind unersetzlich: Das betont der Vorstand des Landesverbandes der Sozialberufe (LVS) zum heutigen internationalen Tag der Pflege und ruft ebenfalls dazu auf, in Pflege und Betreuung zu investieren.

„Die Pflegekräfte sind 365 Tage im Jahr für uns alle im Dienst“, heißt es in einer vom Vorstand – mit der Vorsitzenden Valentina Burger an der Spitze – und Geschäftsführerin Marta von Wohlgemuth unterzeichneten Stellungnahme. Gerade die vergangenen beiden Jahre hätten gezeigt, „dass Pflege und Sozialberufe eine unersetzliche Säule unserer Gesundheits- und Sozialversorgung sind und zu welchen Höchstleistungen Pflegekräfte fähig sind“.

Deshalb gelte es, sich der Leistungen der Gesundheit und der Sozialberufe bewusst zu werden – „und dieses Bewusstsein und Bewusstwerden muss Konsequenzen nach sich ziehen“, fordern die Interessensvertreter. „Der Dank an die Sozialberufe muss sich jetzt endlich in einer gerechten und fairen Entlohnung widerspiegeln.“

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, zu welchen Höchstleistungen Pflegekräfte fähig sind.
Valentina Burger, LVS-Vorsitzende


Die Wichtigkeit der Anerkennung der Arbeit der Pflegekräfte in Südtirols Seniorenwohnheimen betont der Verband der Seniorenwohnheime (VdS). Mit den Verhandlungen zum Bereichsabkommen macht sich der VdS stark, dass der Einsatz der Pflegekräfte prämiert und die Möglichkeit gegeben wird, dass Heime Pflegekräfte aus- und weiterbilden können.

Die Seniorenwohnheime sind auch in Zukunft wichtige Arbeitgeber, die gesellschaftlich relevante Arbeitsplätze anbieten.
Martina Ladurner, VdS-Vorsitzende


„Der VdS war federführend bei den Verhandlungen und hat sich für die Finanzierung starkgemacht“, sagt VdS-Vorsitzende Martina Ladurner.

Die Lage mahne zum Handeln, schreibt SVP-Arbeitnehmer-Vorsitzende Magdalena Amhof. Es gehe vor allem auch um die Frage: „Wie viel ist uns die Gewissheit wert, dass für unsere Angehörigen gesorgt wird und wem wir diese Gewissheit vor allem zu verdanken haben: den Pflegekräften!“ Es sei bewundernswert, was Pflegekräfte leisten. Dafür sei man ihnen Dank, Respekt, soziale Absicherung und entsprechende Löhne schuldig.

stol

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