Ein Kommentar von Bernd Posselt.<BR /><BR /><BR />Höhepunkt war die Shoah, die fabrikmäßige Vernichtung von 6 Millionen Menschen, bloß weil sie jüdischer Herkunft waren. Antisemitismus existiert in vielen Varianten. Die allgemein menschliche Form ist zutiefst unmenschlich, weil sie die Juden zu Menschen zweiter Klasse degradiert oder ihnen gar das Menschsein abspricht. Die christliche Form ist absolut unchristlich, denn Jesus Christus war Jude, und wir alle sind Gottes Kinder, die durch ihn erlöst wurden. Arabischer Antisemitismus ist schon deshalb absurd, weil Araber Semiten sind. Judenhass und -verfolgung sind auch anti-islamisch, weil der Koran die abrahamitischen „Religionen des Buches“ zwar nicht gleichberechtigt, aber doch unter seinen Schutz stellt. <BR /><BR /><BR />Dies wird heute oftmals nicht umgesetzt, aber so konnten die Juden bis in jüngste Zeit in der islamischen Welt überleben. Oft heißt es, der Hass gelte ja nicht den Juden, sondern dem Staat Israel. Ich habe aber oft gehört, wie selbst eher gemäßigte arabische Politiker in ihrer Sprache über den Nahostkonflikt reden, und da ging es eindeutig gegen die „Jehudi“. <BR /><BR /><BR />Die Mörderbande der Hamas ist zweifellos zutiefst antisemitisch, und wer wie etliche europäische Linke „Palästina vom Jordan bis ans Mittelmeer“ befreien möchte, ist es auch. Der rechtsextreme Antisemitismus, weiterhin massiv existent und gefährlich, wird mittlerweile durch islamischen und durch einen linksextremen ergänzt, der sich in den USA sogar als moderner Antikolonialismus geriert. <BR /><BR /><BR />Normale Kritik am israelischen Staat oder seiner Politik ist zweifellos erlaubt und wird in dieser einzigen Demokratie des Nahen Ostens auch selbst geübt. Jetzt aber braucht Israel volle Unterstützung für die Sicherung seines Existenzrechts und wir in unseren Gesellschaften einen entschiedenen Kampf gegen den Antisemitismus – um unserer selbst willen. <BR />