Während 50.000 Demonstranten friedlich gegen Korruption und soziale Missstände protestierten, versuchten vermummte Krawallmacher die Absperrgitter vor der Sicherheitszone rund um das Mineirão-Stadion in Belo Horizonte einzureißen. Sie warfen Molotowcocktails, zündeten ein Auto an und versuchten auch, ein Geschäft in Brand zu setzen. Unterdessen traf der Kongress erste Entscheidungen, mit denen er den Forderungen der Demonstranten entgegenkam.Die Polizei setzte in Belo Horizonte Tränengas ein. Ein 21- Jähriger wurde nach Medienangaben schwer verletzt, als er von einer Straßenüberführung stürzte. In Recife und der Hauptstadt Brasília versammelten sich je 2000 Menschen zu Demonstrationen.Im Kongress erfüllte das Abgeordnetenhaus unterdessen mehrere Forderungen der Demonstranten. Die Kammer kassierte eine geplante Gesetzesänderung, die Ermittlungsbefugnisse der Staatsanwaltschaft einschränken sollte. Auch sollen Milliarden-Einnahmen aus dem Ölgeschäft ausschließlich in Bildung und Gesundheit fließen. Der Senat stimmte am Mittwoch zudem einer Verschärfung von Strafen für Korruption vor. Geplant ist auch eine Volksabstimmung über zentrale Fragen einer Politikreform.apa/dpa