Donnerstag, 25. März 2021

Wiedergutmachungsjustiz: Region ernennt Beratungsperson

Die Regionalregierung hat beschlossen, die Sozialwissenschaftlerin Francesca Maci für die Region Trentino-Südtirol im Rahmen des Projekts der Wiedergutmachungsjustiz als Beratungsperson zu ernennen.

Lösungen erarbeiten, darum geht es bei der Family Group Conference, die in der Region Trentino Südtirol auch als Methode in der Wiedergutmachungsjustiz erprobt wird.
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Lösungen erarbeiten, darum geht es bei der Family Group Conference, die in der Region Trentino Südtirol auch als Methode in der Wiedergutmachungsjustiz erprobt wird. - Foto: © LPA/Pixabay
Auf Vorschlag des Vizepräsidenten der Region Trentino-Südtirol, Maurizio Fugatti, hat die Regionalregierung am Mittwoch beschlossen, der Sozialwissenschaftlerin und Professorin für Sozialarbeit sowie Fachfrau für das Sozialarbeitsverfahren Family Group Conferencing (auch Familienrat), Francesca Maci, einen Beratungsauftrag im Rahmen des Projekts „Restorative Justice in Communities: from Reflections to Action on the Territory“ zu erteilen.

Das Vorhaben, das vom Zentrum für Wiedergutmachungsjustiz der Region Trentino-Südtirol konzipiert und abgewickelt und über die im Justizministerium angesiedelte „Cassa delle ammende“ finanziert wird, beinhaltet mehrere Aktionen, darunter auch ein Experiment zu einem Sozialarbeitsverfahren, die sogenannte Family Group Conference (FGC).

Verantwortung und Lösungen aufzeigen

Die FGC ist eine Methodik, die zu den Instrumenten der Wiedergutmachungsjustiz gehört. Ein Moderator begleitet dabei eine Familie oder eine durch Beziehung miteinander verbundene Gruppe von Menschen bei der Auseinandersetzung mit den Folgen der Straftat und der Suche nach konkreten Lösungen.

Ziel ist es, Einzelnen, Familien und Gruppen die Möglichkeit zu geben, sich komplexen und manchmal schmerzhaften Situationen zu stellen, diese zu bewältigen und sich der eigenen Verantwortung und der eigenen Möglichkeiten bewusst zu werden.

Am Projekt haben sich bisher 5 Bezirksgemeinschaften und Talgemeinschaften beteiligt, 2 davon in Südtirol (Burggrafenamt und Eisacktal) sowie 3 im Trentino (Vallagarina, Valsugana und Val di Fassa) sowie zahlreiche Organisationen aus dem dritten Sektor. Die Bürger wurden über Informationsschalter auf Wiedergutmachungsjustiz aufmerksam gemacht und für das Thema sensibilisiert sowie bei der Bewältigung von Konfliktsituationen unterstützt.

Sensibilisierung geht auch 2021 weiter

Das Projekt läuft noch das ganze Jahr 2021 weiter. Vorgesehen sind öffentliche Veranstaltungen und ein besonderes Programm der Wiedergutmachungsjustiz für Minderjährige und junge Erwachsene, die Straftaten im Bereich des Drogenhandels begangen haben.

Mit dem Projekt zur wiedergutmachenden Justiz als Alternative zu klassischen Gerichtsverfahren setzt das Zentrum für Wiedergutmachungsjustiz der Region Trentino-Südtirol eine Vereinbarung mit der Konferenz der Regionen und Autonomen Provinzen um, das Maßnahmen zugunsten von Personen im Strafvollzug vorsieht.

lpa