"Es ist bekannt, dass der von der FPÖ organisierte Ball ein Vernetzungstreffen der rechtsradikalen Elite in Europa ist", schreiben Diverkstatt-Kulturverein Bruneck, Antifa Meran und Merano Resite, sh.asus Wien und DADA Rose-Kulturverein Bozen in einer Aussendung."Akademikerball Treffpunkt für Rechtsextreme" - "Südtirol sollte in so einer Runde nicht thematisiert werden""Hier treffen sich deutschnationale Burschenschaften, Holocaustleugner und rechtsextreme Politiker, um bei Sekt und Walzer ihre diskriminierenden Ideen weiter salonfähig zu machen und zu befeiern. Das Weltbild, für das sie einstehen, ist geprägt von Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie, Sexismus und Nationalismus", heißt es weiter.Der Fakt, dass die Pustertaler Schützenkompanie beim Ball im Vorjahr Spalier gestanden hatte, sei keineswegs stellvertretend für ganz Südtirol: "Eine einzelne politisch rechte Gruppierung, die durch den Ball fleißig Kontakte mit der rechtsradikalen Elite knüpft, repräsentiert und Südtiroler nicht", so die Vereine. "Genauso wenig brauchen wir rechtsradikale Beschützer, die nur dazu beitragen, den Rechtsdruck in der Bevölkerung zu erhöhehn und ein Geschichtsbild zu fördern, das Südtirol ausnahmslos in der Opferrolle darstellt und eigene Verantwortung an der Geschichte verdeckt."Um ihrer Meinung Nachdruck zu geben, veranstalten die Vereine eine Gegendemonstration am Tag des Balls.In dieselbe Kerbe schlug am Dienstag auch die sh.asus Bozen: "Als größter Studierendenverein des Landes stehen wir geschlossen gegen Faschismus und Nationalismus ein. (...) Es ist für uns nicht tragbar, dass sich eine Veranstaltung, getragen von mitunter deutschnationalen Bewegungen, sich (...) als Beschützer unseres Landes sehen."Dass in diesem Jahr nicht nur eine Schützenkompanie, sondern auch rechte Politiker Südtirols gemeinsam mit Rechtsextremen den Akademikerball besuchen, sei umso bedenklicher. "Das Recht der Versammlungsfreiheit ist ein wichtiges Grundrecht, doch sollten wir auch kritisch hinterfragen, wer sich am 29. Januar in der Hofburg versammelt, um unter anderem Südtirol zu thematisieren", beendete sh.asus-Vorstand Fabian Frener die Aussendung."Hochschülerschaft irrt sich"Am Mittwoch reagierte Matthias Hofer, der stellvertretende Landesjungedsprecher der Süd-Tiroler Freiheit, mit "Verwunderung". Er habe den Ball im vergangenen Jahr besucht und habe von Nationalsozialismus und Faschismus nicht gemerkt, im Gegenteil: "Viele neue Bekanntschaften wurden geknüpft und man spürte, dass vielen Leuten in Österreich Südtirol ein Herzensanliegen ist."Wie die Hochschülerschaft distanziere sich auch Hofer klar von totalitären und verbrecherischen Regimen. Er zeige sich jedoch erfreut darüber, "dass einer der größten Bälle des Vaterlandes Südtirol zum Thema hat." Er lade Fabian Frener ein, gemeinsam mit ihm den Ball zu besuchen um sich selbst ein Bild davon machen zu können.stol