Im Gegensatz zur Hamas mit ursprünglich einigen 1000 Gotteskriegern, verfügt die Hisbollah über einige 10.000 Soldaten. Sie sind im Gegensatz zu Gaza mit tausenden, auch modernen Raketen ausgerüstet. <b>von Janos I. Szirtes.</b><BR /><BR />Den Bestand an Waffen und Soldaten konnten die bisherigen Wellen des israelischen Angriffs nicht erheblich beschädigen, allerdings die Kommandostruktur stark schwächen. Mit dem Tod des Führers der Bewegung, Hassan Nasrallah, der 30 Jahre die Hisbollah geleitet hatte und der charismatischste Politiker des arabischen Raumes war, gelang Israel ein besonderes Menschenopfer.<BR /><BR />Nun geht es Israel darum, weitere Kommandostrukturen zu zerschlagen, die sich unter solchen Objekten befinden, die nach dem gültigen Völkerrecht nicht angegriffen werden dürfen. Der Ausbau dieser Strukturen unter Moscheen, Krankenhäusern, Schulen und Wohnhäusern ist eine bewusste Taktik. Sie sollen Angriffe verhindern oder wenn nicht, so möglichst hohe Kollateralschäden verursachen, womit international der Gegner diskreditiert werden kann. Als Resultat hat Gaza an die 50.000, der Libanon bislang 1000 zivile Opfer zu beklagen. Die anfängliche breite Unterstützung Israels bröckelte daher, die Welt fordert einen Waffenstillstand, ohne eine Lösung für einen dauerhaften Frieden zu haben.<h3> Keine endgültige Lösung</h3>Tel Aviv ist sich bewusst, dass eine endgültige Lösung des Nah-Ost-Problems weder heute noch in den vergangenen 75 Jahren gegeben war. Weder die Bevölkerung noch die Politik waren zu den Opfern, die einen dauerhaften Frieden mit sich gebracht hätten, bereit. Es geht der israelischen Regierung daher darum, möglichst so sehr die verlängerten Arme Irans, seines Hauptfeindes in der Region, zu schwächen, damit ein mehr oder weniger dauerhafter Waffenstillstand zustande kommt.<BR /><BR />Die Vorgehensweise des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu wird hauptsächlich durch seine orthodoxen, rechtskonservativen Mitglieder der Regierung der Nationalen Einheit bestimmt. Der Kampf und die tatsächlichen Ziele können damit erreicht werden. Ein Ende des Krieges, ein dauerhafter Frieden, ist damit nicht zu erreichen.<BR /><BR />Auch Irans neue Einmischung ändert nichts an der Lage. Die israelische Gesellschaft ist in der Frage des Krieges gespalten. Die Angehörigen der Geiseln der Hamas, noch über 100, protestieren laut gegen die Politik des Kriegskabinetts. Die 80.000 Bewohner Nordisraels, die seit einem Jahr ausgesiedelt sind, möchten zurück. Hunderttausende sind gegen den Krieg, und bei einer Neuwahl würde Netanjahu verlieren. Es geht weiter, wie immer: Der neunte Krieg kommt bestimmt, bis dahin vielleicht eine Weile Waffenstillstand und kein Friede in Aussicht.