Wladimir Putins Außenminister Sergej Lawrow hat sich dort in jüngster Zeit recht oft aufgehalten, um die serbischen Nationalisten in Belgrad, der zu Bosnien-Herzegowina gehörenden „Republika Srpska“, in den Enklaven im Nordkosovo sowie im krisengeschüttelten Montenegro zu unterstützen. <h3> Gegenteil der Wahrheit</h3>Lawrow machte dieser Tage eine eher verwirrende Aussage: In der Ostukraine seien albanische, kosovarische und bosnische Milizen im Einsatz, die Russland von außen her bedrohten. Wie so oft verkündete damit eine Spitzenpersönlichkeit aus dem Kreml exakt das Gegenteil der Wahrheit. <BR />Wenn es in der Ostukraine Söldnertruppen oder kriegführende Freiwillige vom Balkan gibt, stammen diese aus den oben genannten serbischsprachigen Gebieten. <BR />Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die nächtliche Rede, die Wladimir Putin vor dem Angriff auf das ukrainische Nachbarland aufzeichnen und ausstrahlen ließ. Darin zählte er penibel die ehemaligen Ostblockstaaten auf, die seiner Ansicht nach nicht in die NATO, sondern unter russische Dominanz gehörten – wobei er den Begriff „Ostblockstaaten“ sehr großzügig auslegte: Er sprach nämlich auch von Slowenien, Kroatien, Albanien und Mazedonien. Beobachter befürchten, dass damit im Südosten Europas zumindest propagandistisch und später vielleicht reell eine weitere Front aufgemacht werden soll.<BR />Fast unbeachtet blieb, dass die serbisch-nationalistische Partei in Montenegro alles versuchen will, um zu verhindern, dass dort wieder eine pro-europäische Koalitionsregierung zustande kommt. Sie besetzte vorige Woche die Autobahnen des Landes an 17 Kontrollstellen - was durchaus als Generalprobe für einen Putsch der nach Belgrad orientierten Extremisten angesehen werden kann.<BR />Dankenswerterweise nutzte die Staatsspitze des Kosovo die Münchner Sicherheitskonferenz, um den völlig abgelenkten Westen von den bis dahin bekannten Destabilisierungsversuchen Moskaus auf dem Balkan zu unterrichten.<Rechte_Alle_Rechte_vorbehalten></Rechte_Alle_Rechte_vorbehalten>