<b>von Janos I. Szirtes</b><BR /><BR />Der Kreml hat mehr als für die Eroberung notwendiges Übergewicht, ja sogar 3-faches. Die ukrainische Humanressourcen neigen sich zu Ende. Sowohl die Armee als auch die Bevölkerung zeigen starke Kriegsmüdigkeit. Der Wille, die Heimat zu verteidigen, bröckelt mit der der Zeit und mit der Zunahme von Ausweglosigkeit. Die Waffen reichen auch nicht. <BR /><BR />Trotz Siegeshoffnung und – pläne muss man sich eingestehen, dass ohne nachhaltige und umfassende westliche Unterstützung dies nicht zu erreichen ist. Der Westen wiederum hat zu keiner Zeit die Ukraine so unterstützt, um die volle Souveränität des Landes wiederherzustellen. Es waren und sind vor allem Waffen, die mit dem Verbot der Verwendung in Russland geliefert werden. Dies sicherte Putin einen nicht wettzumachenden militärischen Vorteil. Eine Änderung ist nicht in Sicht.<BR /><BR />Nachdem Putin die Lebensqualität der Ukrainer, einschließlich „seiner“ nationalen Minderheit mit Zerstörung der Hälfte der Energieproduktion, der Vernichtung von Schulen, Krankenhäuser, Museen, Gasnetze, Heizungs-, Wasser-, Kanalisationsinfrastruktur, Wohnungen untergrub, stellt man sich die Frage: Wie lange kann dieser Zustand noch ertragen werden? <BR /><BR />Die Ukraine steuert auf eine Friedensverhandlung zu, bei der sie die schlechteren Karten hat. Sie wird sich dem Diktat Putins beugen müssen und mindestens ein Fünftel ihres Territoriums und Teile der Souveränität opfern, um ein Ende des Krieges zu erreichen. Putin ist dazu nur bereit, wenn er die Vasallenzukunft des Landes sieht.<BR /><BR />Das Münchner Abkommen und die Folgen zeigen, was aus der Nachgiebigkeit gegenüber einem Diktator wird. Die Ukraine vor 2014, aber auch jene von 2021 wird es nicht mehr geben. Auch die Verbündete werden vor dem Scherbenhaufen der eigenen Politik stehen. Die Unterstützung der Ukraine war umsonst.<BR /><BR />Ein solches Ende verändert auch das Völkerrecht, die internationalen Beziehungen. Das Sicherheitssystem ab 1945, einschließlich der Daseinsberechtigung der UNO gehen verloren. Die Schlussfolgerung ist: Wer eine größere Armee hat, kann einem Kleineren, Schwächeren diktieren, und die internationale Gemeinschaft hat entweder nicht die Kraft oder den Willen dies wirksam zu verhindern. Wir werden damit erneut im Zeitalter der Eroberungskriege, der imperialistischen Machtpolitik anlangen: An Stelle der Souveränität tritt die Stärke. An Stelle der Berechenbarkeit die Unsicherheit. An Stelle der Gerechtigkeit der Zwang. An Stelle der Gleichheit haben kleine Länder sich zu fügen. Kein Sicherheitssystem, stattdessen Vasallentum für den Schwächeren.<BR /><BR />Der Atomwaffenbesitz nimmt daher zu, weil sich auch ein kleines Land damit behaupten kann. Damit wäre ein derzeitig mögliche Friedensvertrag kein Ende mit Schrecken, sondern ein Schrecken ohne Ende.