Dienstag, 19. Juli 2016

Wipptaler SVP bricht Zusammenarbeit mit Bozen ab

Er habe sich schon so etwas erwartet, sagt der Landeshauptmann, als er am Dienstagmorgen im Wipptal durchklingelt. Nach vier Stunden Krisensitzung hatte er gegen Mitternacht den Bezirk verlassen, kurz darauf fällten die Wipptaler SVPler die Entscheidung: Bis auf Weiteres werde jede Zusammenarbeit mit der Landespartei eingestellt.

Schwierige Zeiten fürs Edelweiß: Nach dem Geburtshilfe-Entscheid droht das Wipptal wegzubrechen.
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Schwierige Zeiten fürs Edelweiß: Nach dem Geburtshilfe-Entscheid droht das Wipptal wegzubrechen. - Foto: © D

Der Beschluss steht: Das Edelweiß in Südtirols nördlichstem Bezirk sammelt ab sofort keine Mitgliedsbeiträge mehr ein, nimmt an keinen Sitzungen auf Landesebene mehr teil. Das Wipptal und die Wipptaler SVP fühlen sich durch den Geburtshilfe-Entscheid der Landesregierung (wie berichtet wird die Geburtshilfe am Krankenhaus Sterzing geschlossen) derart vor den Kopf gestoßen, dass man nun nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen könne, meint Karl Polig. Es war dies der Grund, warum er, SVP-Bezirksobmann, am Montagabend den Landeshauptmann ins Wipptal rief.

„Ja, es war eine Krisensitzung“, sagt er am Morgen danach im Gespräch mit STOL. Niemand im Bezirk sei mit dem Beschluss einverstanden oder könne ihn nachvollziehen. „Wir haben das Gefühl, dass der Bezirk und die Wipptaler Parteimitglieder abgestraft werden.“

Mütter protestieren in Gasteig

Der Landeshauptmann bekam die Unverständnis und die Anspannung schon vor der Sitzung im Vereinshaus von Gasteig zu spüren. Vor dem Saal hatten sich Mütter und werdende Mamis aufgereiht, schweigend protestierten sie für den Erhalt der Geburtshilfestation am Krankenhaus.

 

Wipptaler SVP fordert Umsetzung versprochener Maßnahmen

Bezirksobmann Karl Polig bescheinigt dem Landeshauptmann ein „zugängliches Auftreten“, der die Gründe für den Schließungs-Beschluss der Landesregierung sehr genau dargelegt habe. Doch: „Es ist ihm nicht gelungen, die Meinung der Delegierten zu ändern.“

Als Kompatscher gegen 24 Uhr die Sitzung verließ, fassten die Wipptaler SVPler ihren Entschluss: Bis auf Weiteres werde die Zusammenarbeit mit Bozen eingestellt, fasst Polig zusammen. Neben einer Stellungnahme von Parteiobmann Achammer erwarte man sich nun, die konkrete Umsetzung jener angekündigten Maßnahmen, die das Sterzinger Krankenhaus als Standort stärken sollen – zum Beispiel die Aufstockung der Betten in der Neurorehabilitation. „Wir brechen die Brücken nun nicht ab“, sagt Polig, „aber jetzt muss die Landesregierung darüber gehen.“

stol

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