„Die Frau gehört an den Herd, soll die Kinder hüten und bestmöglich jeden umsorgen – im Idealfall und am besten keine eigene Meinung haben und wieso eigentlich sich ausbilden lassen? Ist doch schade um die verschwendete Zeit, wenn ohnehin am besten wäre, wenn sie keinem Beruf nachgeht? Der Mann wird’s doch richten.“<BR /><BR />„Das war nicht wortwörtlich, aber de facto das Gesellschaftsbild, das der Bürgermeister von Sand in Taufers, Herr Josef Nöckler, vermittelte. Jedenfalls kam es bei uns so an. Herr Nöckler, wir schreiben das Jahr 2026, nicht 1950!“, heißt es von Anna Künig und Lia Vontavon in einer Aussendung. „Ihre Aussagen waren nicht mal ,Bierbudlniveau'.“<BR /><BR /><b> <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/abstimmung-frauen-sollten-zu-hause-bei-den-kindern-bleiben" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier lesen Sie mehr dazu.</a></b><h3> „Unsere Gesellschaft würde binnen weniger Tage implodieren“</h3>„Ganze Generationen von Politikerinnen und Aktivistinnen aus der Zivilgesellschaft haben für Geschlechtergerechtigkeit gekämpft. Wir kämpfen weiter, und das, was Herr Nöckler gesagt hat, gehört für uns unwiderruflich in die Mottenkiste der Geschichte“, unterstreichen die beiden JG-Frauen.<BR /><BR />„Hier geht es nicht um irgendwelchen ,Wokeismus', sondern darum, dass ein gewählter Volksvertreter augenscheinlich jeden Realitätssinn verloren hat. Wer soll denn laut ihm jenen Teil ersetzen, der am Arbeitsmarkt gegenwärtig von Frauen gestemmt wird? Unsere Gesellschaft würde binnen weniger Tage implodieren“, meinen Künig und Vontavon.<h3> „Muss sich Vorwurf gefallen lassen, dass er kleinredet, dass Frauen den Laden am Laufen halten“</h3>„Wer so etwas tatsächlich sagt und meint, muss sich umgekehrt den Vorwurf gefallen lassen, dass er kleinredet, dass Frauen – insbesondere in essenziellen Berufsfeldern – den Laden am Laufen halten“, unterstreicht Künig. „Darüber hinaus gibt es so viele Frauen, die in Spitzenpositionen, ob in Verwaltung, Politik oder im Privaten, einen gewaltigen Job abliefern. Was soll dieser biedermeierliche Zwischenruf also?“<BR /><BR />„Wir gehören einer Generation an, die aufgewachsen ist im Bewusstsein, dass beruflicher Erfolg, Kompetenz und Einsatz Eigenschaften sind, die Anerkennung verdienen – unabhängig vom Geschlecht. Wir sind umgekehrt der Auffassung, dass auf dem Weg hin zu effektiver Gleichberechtigung noch vieles unternommen werden muss. Stichworte: Vereinbarkeit, Pay-Gap, geschlechtsspezifische Gewalt etc. Solche Äußerungen sind dabei unnötig wie ein Kropf“, unterstreicht auch Lia Vontavon.