„Erstmals seit Bestehen der Olympischen Spiele wird ein eigenes Gremium eingerichtet, das die Nachhaltigkeit der olympischen und paralympischen Winterspiele 2026 und der im Zuge dessen entstandenen Infrastrukturen überwachen wird“, hatte sich der Landeshauptmann noch im Mai 2022 bei einer eigens für die Bekanntgabe des Forums einberufenen Pressekonferenz gefreut.<h3> Kritische Stimmen nehmen weiter zu</h3> „Viel Nachhaltigkeits-BlaBla und keine Umsetzung. Wir sind 657 Tage vor dem Olympia-Startschuss ja schon längst fest am Planen und Bauen, so ein Forum macht aber doch nur Sinn während Planung und Bau. Oder wollen die im Nachhinein überwachen?“, ärgert sich Ploner. <BR /><BR />Und nicht von ungefähr mehren sich kritische Stimmen, wie nachhaltig Olympia 2026 nun tatsächlich sei – auch in Hinblick auf die Investitionen in Antholz bzw. im Pustertal. Umweltschutz/Nachhaltigkeit und Olympia gehen prinzipiell nicht zusammen, findet etwa Albert Willeit, Pustertaler Bezirksobmann des Heimatpflegeverbandes. Doch die konkreten Investitionen wie etwa der doppelte Kreisverkehr in Olang, so kritisiert er, „gehen komplett in die falsche Richtung“.<h3> „Thema Nachhaltigkeit liegt am Herzen“</h3>Südtirol selbst hat (lediglich) einen Lenkungsausschuss für die Ausarbeitung eines Legacy-Plans (Führung und Instandhaltung der Südtirol-Arena in Antholz nach Olympia) eingesetzt (Mitglieder: Klaus Egger, Sonderbeauftragter für Nachhaltigkeit, Armin Hölzl, Direktor des Amtes für Sport, Mazagg, sowie von der Gemeinde Rasen-Antholz Vizebürgermeisterin Silke Hecher, Gemeindereferent Martin Steinkasserer und Bürgermeister Thomas Schuster). <BR /><BR />Letzterer lässt die Kritik nicht gelten: Erstens gebe es in der Olympia-Stiftung eine Nachhaltigkeitsbeauftragte samt Team. Und zweitens liege das Thema Nachhaltigkeit der Gemeindeverwaltung auch von sich aus am Herzen, wofür er einige Beispiele anführt. So werde im Rahmen des Schießstandprojektes eine Fotovoltaikanlage verwirklicht, mit der das Stadion seinen Strombedarf in der Jahresbilanz zur Gänze decken kann. <h3> Treffen in der kommenden Woche </h3>Auch das umstrittene Speicherbecken für die Beschneiung spricht er an. Man habe 5 Optionen gehabt, darunter auch die Nutzung des Antholzer Sees. „Bauliche Veränderungen am See sind aber tabu“, argumentiert er. Schließlich habe man eine oberirdische Variante im Wald gewählt, bei der 95 Prozent der Materialien vor Ort vorhanden seien (kaum Transportemissionen) und die für Landwirtschaft sowie Zivilschutz nutzbar sei. Zudem werde man die doppelte Waldfläche, die verloren geht, andernorts aufforsten. Kommende Woche soll es zu einem Treffen u.a. mit Umweltschüzern und Heimatpflege kommen.