Tausende Südtiroler in Notlage werden vom Land mit der finanziellen Sozialhilfe unterstützt. Allein im Vorjahr flossen über diese Schiene 46,1 Mio. Euro von den Sozialsprengeln in die Taschen der Bürger. Auf Vorschlag von Landesrätin Rosmarie Pamer hat die Landesregierung gestern die Durchführungsverordnung abgeändert – und zwar vor allem im Bereich Wohnnebenkosten. <BR /><BR />Künftig werden deutlich mehr Personen in den Genuss eines Zuschusses für Wohnnebenkosten (Gas, Strom, Heizung) kommen. Der sog. wirtschaftliche Faktor, der die Grundlage für die Berechnung bildet wurde nämlich von 2,22 auf 2,7 angehoben. Dasselbe gilt für den Beitrag zur „angemessenen Entschädigung von Sachwaltern“. Mit ihm werden Menschen, die kein oder nur ein sehr niedriges Einkommen haben, vom Land unterstützt, wenn sie einen Sachwalter benötigen.<BR /><BR />Die größte Neuerung aber betrifft das Wohnbauinstitut. Mit 14.000 Wohnungen ist es der mit Abstand größte Immobilienbesitzer in Südtirol. Hinter seinen Mauern leben 34.000 Menschen. Wäre das Wobi eine Stadt, so käme dies der drittgrößten des Landes gleich.<h3> Schwarze Schafe unter den Mietern</h3>Allerdings halten sich nicht alle Mieter an die Regeln. Manche beschädigen damit nicht nur öffentliches Eigentum, sondern werden zum realen Albtraum für alle Mitbewohner. Doch damit ist jetzt Schluss. „Mieter öffentlicher Wohnungen können bei Verstoß gegen die Mieterordnung 2 Jahre vom Beitrag für Wohnnebenkosten ausgeschlossen werden“, sagt Pamer.<BR /><BR />Denn: Bei Verletzung der Mieterordnung kann das Wobi zwar Verwaltungsstrafen von 50 bis 800 Euro ausstellen. Ob diese aber auch bezahlt werden, steht auf einem anderen Blatt Papier. Wohnbaulandesrätin Ulli Mair hatte deshalb im Juni einen Vermerk in die Regierung gebracht, bei den Zuschüssen für die Wohnnebenkosten anzusetzen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67070570_quote" /><BR /><BR />8 bis 10 Prozent der Wobi Mieter halten sich laut Mair nicht an die Regeln, in dem sie zum Beispiel Müll nicht in die Tonnen werfen oder laute Musik rund um die Uhr abspielen. „Es gibt aber auch Schmierereien, Sachbeschädigungen, Aggressionen und Straftaten, die bisher ungeahndet blieben“, sagt Mair. Am meisten betroffen seien die Städte Bozen und Meran. Teilweise seien dort sogar die Sozialdienste nur in Begleitung von Ordnungshütern unterwegs. Soziales Wohnen sei ein eigenes Kapitel. „Trotzdem nutzen wir den bestehenden gesetzlichen Rahmen nun besser aus, um ein Zeichen zu setzen, dass es nicht egal ist, wie die Dinge laufen. Wer sich nicht an Regeln hält, hat mit Folgen zu rechnen“, so Mair.<BR /><BR />Sofern sich in einer Wohnung des Wobi eine Straftat ereignet, kann die Wohnung auch entzogen werden. „Es ist aber schwierig eine Familie mit minderjährigen Kindern auf die Straße zu setzen, weil ein jugendliches Familienmitglied randaliert“, so Mair. Sie glaubt, mit den Wohnnebenkosten einen guten Hebel gefunden zu haben. „Das sind wir auch den anderen Mietparteien in den Häusern des Wohnbauinstituts schuldig“, so die Landesrätin.