„Das Monitoring war der große Schwachpunkt, den uns Rom in jeder Situation vorgeworfen hat: dass wir kaum Monitoring betreiben und damit kaum Daten haben“, berichtet Walcher.<BR /><BR />Aufgrund dieses Datenmangels habe das Land im vergangenen Jahr auch nur sehr wenige Abschussdekrete ausstellen können – gerade einmal für zwei Wölfe im Vinschgau. Und am Ende konnte dort nur ein Wolf erlegt werden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1263525_image" /></div> <BR /><BR />Dabei sei es auch in Mühlwald im vergangenen Jahr zu zahlreichen Rissen gekommen. „Wir waren aber nicht imstande, ein Abschussdekret dafür auszustellen“, bedauert Walcher rückblickend. <BR /><BR />Auch für heuer habe man – laut inoffiziellen Informationen – nur Aussicht auf die Entnahme von einzelnen Wölfen. Mehr Details dazu will Walcher nicht verraten. Klar ist allerdings: „Das ist zu wenig“, betont Walcher. „Da müssen wir besser werden. Unser Ziel ist es, durch bessere Zahlen die Situation richtig darzustellen und so die Abschusszahlen nach oben zu bringen. Die Bürger in den Tälern erschrecken aufgrund der zunehmenden Wolfszahlen“, berichtet Walcher.<h3> Ab Februar sollen Wildfallen aufgestellt werden</h3>Das Amt für Wildtiermanagement ist für die Koordination des Wolfsmonitorings zuständig. Ab Februar sollen die Wildkameras in den Wäldern aufgehängt werden – beispielsweise dort, wo es bereits in der Vergangenheit Risse gab. Die Waldbesitzer sollen informiert werden, damit die Fotofallen nicht entfernt werden. <BR /><BR />Solche Fotofallen wurden in den Wäldern bereits verwendet – nun soll ihre Zahl aber stark erhöht werden. Damit wird die Wolfsüberwachung nicht nur verbessert, sondern auch erleichtert. Denn immer wieder berichten Bürger, dass sie einen Wolf gesehen hätten – und die Forstbeamten gehen diesen Hinweisen dann nach und geben die Sichtungen im Web-Portal ein. Nicht jeder Bürger kann aber Wölfe von anderen Tieren unterscheiden.<h3> Klar belegbare Zahlen als möglicher „Gamechanger“</h3>Bilder von Wildkameras liefern hingegen unumstößliche Fakten. Die beweisbare Zahl an herumstreifenden Wölfen dürfte somit um einiges steigen. Wenn der Staat vorgibt, nur eine maximale Prozentzahl von Wölfen pro Provinz bzw. Region zum Abschuss freizugeben, so erhöht sich damit auch die Abschusszahl für Südtirol.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1263528_image" /></div> <BR /><BR />„Fotofallen sind aber nur ein Baustein von mehreren“, sagt der Direktor des Jagdverbandes, Benedikt Terzer. „Zu den zentralen Bausteinen zählen auch Sichtungen durch die Jägerschaft oder durch die Jagdaufseher.“ Terzer ist überzeugt, dass ein robustes Monitoring mit Wolfszahlen auf wissenschaftlicher Basis bei den Verhandlungen mit römischen Stellen wie der Umweltbehörde ISPRA „zum großen Gamechanger werden kann“. <BR /><BR />Denn Südtirols Wolfsbestand werde bei weitem unterschätzt – „unsere Anzahl an Wölfen ist sicher viel höher, als staatliche Stellen uns das glauben machen wollen“, meint Terzer. Mit einer großen Anzahl an Fotofallen könne man nicht nur Einzeltiere, sondern auch Rudel erfassen, zudem erhalte man mehr Daten über den Nachwuchs. Am Ende habe man dann Zahlen, „an denen die Römer nicht mehr rütteln können“, ist der Jagdverbandsdirektor überzeugt. <h3> Eine Wildkamera kostet um die 150 Euro</h3>Die Kosten für solche Wildkameras halten sich laut Terzer in Grenzen. „Ein Gerät kostet etwa 150 Euro“, weiß der Direktor des Jagdverbandes. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1263531_image" /></div> <BR /><BR />80 bis 100 Wölfe halten sich derzeit in Südtirol auf: Davon geht Dominik Trenkwalder vom Amt für Wildtiermanagement aus. Die Daten von 2025 habe man noch nicht zur Gänze. Im Jahr 2024 seien 15 Rudel in Südtirol nachgewiesen worden, mit etwa 64 Individuen – einige davon waren auch im Trentino unterwegs.