„Ich hoffe, dass alle Menschen, die ein Ticket in der Tasche, oder bereits eine Reise nach Ägypten gebucht haben, diese Karte nehmen und zerreißen“, sagte sie von der Bühne in Fiumicello (Provinz Udine), Giulios Heimatort, wo die Gedenkfeier zum zehnten Jahrestag der Entführung des jungen Forschers stattfand.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1266612_image" /></div> <BR /><BR />Regeni war am 25. Jänner 2016 in Ägypten im Alter von 28 Jahren verschwunden; seine Leiche, die klare Zeichen der Folter aufwies, wurde am 3. Februar desselben Jahres in der Nähe eines Gefängnisses der ägyptischen Geheimdienste entlang der Straße nach Alexandria gefunden. „In diesen zehn Jahren bin ich zu einer klaren Erkenntnis gekommen: Es kann keine Kultur geben, wenn in ihr nicht auch der Respekt vor den Menschenrechten verankert ist. Jedes Ereignis, das als kulturell bezeichnet wird, aber die Menschenrechte nicht einschließt, ist keine Kultur“, sagte Deffendi.<BR /><BR />Auch Claudio Regeni, der Vater von Giulio, ergriff das Wort: „Giulio könnte der Sohn vieler Familien sein, der Bruder vieler Italiener, ein Enkel. Er war offen im Denken, reisefreudig, interessiert und aufmerksam gegenüber anderen - nicht nur hier in Italien, sondern auch in anderen Ländern.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1266615_image" /></div> <BR /><BR />Staatspräsident Sergio Mattarella wandte sich mit einer Botschaft an die Eltern Regenis sowie an den Bürgermeister von Fiumicello, Alessandro Dijus. „Das jährliche Gedenken, das die Gemeinde Fiumicello Giulio Regeni widmet, vereint ganz Italien in einer aufrichtigen und bewegten Ehrung für ein schändlich ausgelöschtes Leben“, heißt es in dem Schreiben.<h3> „Der barbarische Mord bleibt eine offene Wunde“</h3>„Zehn Jahre nach Regenis Verschwinden bekräftigen wir die universellen Werte von Gerechtigkeit und Achtung der grundlegenden Menschenrechte - gegen jede Form von Folter. Die Entführung und der barbarische Mord an Giulio, einem unserer Mitbürger, bleiben eine offene Wunde im Körper der nationalen Gemeinschaft“, betonte Mattarella.<BR /><BR />Der Präsident richtete einen besonders herzlichen Gedanken an die Eltern, „getroffen von einem untröstlichen Schmerz über den Verlust eines Sohnes - verursacht durch niederträchtige Gründe und unmenschliche Methoden -, zugleich bewundernswerte Beispiele von Mut und Entschlossenheit in der Suche nach der Wahrheit“. <BR />Abschließend rief Mattarella dazu auf, die Suche nach Wahrheit fortzusetzen. Die Zusammenarbeit Ägyptens bei der Aufklärung der Wahrheit über den Tod Regenis bleibe ein „Prüfstein“ - auch zum Schutz der internationalen Beziehungen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1266618_image" /></div> <BR /><BR />In Rom läuft derzeit ein in Abwesenheit geführter Prozess gegen vier ägyptische Sicherheitsbeamte, die beschuldigt werden, Regeni zu Tode gefoltert zu haben. Die vier Angeklagten nehmen nicht am Prozess teil. Ägypten hat bisher wenig Bereitschaft gezeigt, mit den italienischen Justizbehörden bei der Klärung der Hintergründe von Regenis Mord zusammenzuarbeiten, was zu Spannungen in den Beziehungen zwischen Rom und Kairo geführt hat.