Die Sparpläne von Ministerpräsidenten Mario Monti enthalten einschneidende Kürzungen von rund 24 Milliarden Euro. Dagegen leisten die Gewerkschaften heftigen Widerstand vor allem gegen die geplante Rentenreform und die Wiedereinführung der Immobiliensteuer. Monti war am Sonntagabend noch zu einem informellen Treffen mit den Chefs der drei großen Gewerkschaften CGIL, CISL und UIL zusammengekommen – ohne Erfolg.„Angesichts der Notsituation wird die Regierung die Reform- und Sparpläne in der Summe nicht verändern“, teilte die Regierung noch in der Nacht zum Montag mit. Besonders bemängelten die Arbeitnehmer das Fehlen von Kürzungen auf der Seite der Wohlhabenden. So fehlt den Gewerkschaften eine Vermögenssteuer und die versprochene Kürzung der Politiker-Gehälter, die erst Anfang 2012 vorgenommen werden soll.Der frühere EU-Kommissar und Nachfolger von Silvio Berlusconi hatte vor einer Woche im Schnellverfahren das Milliarden-Sparpaket auf den Weg gebracht. Er will die Reformen und Kürzungen bis Weihnachten durchs Parlament bringen. EU, USA und nicht zuletzt die Finanzmärkte reagierten in den vergangenen Tagen positiv auf Montis Pläne.Italien hat nach Griechenland den höchsten Schuldenstand der Eurozone, gemessen an der Wirtschaftsleistung, und sitzt auf einem Schuldenberg von circa 1,9 Billionen Euro. Das Land war in den vergangenen Monaten auf den Finanzmärkten zunehmend unter Beschuss geraten. Am Montag konnte sich die drittgrößte Volkswirtschaft des Euroraums zwar sieben Milliarden Euro für ein Jahr besorgen – bei robuster Nachfrage und zurückgehender Rendite. Dennoch stellte sich am italienischen Sekundärmarkt, wo bestehende Anleihen gehandelt werden, keine Entspannung ein.Der Risikoaufschlag bei den Zehnjahres-Anleihen stieg auf 6,75 Prozent. Damit lag er zwar unter dem Rekordniveau von gut 7,2 Prozent Ende November, jedoch auch deutlich höher als zuletzt. Nach dem Rücktritt von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi hatte sich die Lage sichtlich entspannt – die Rendite war deutlich unter sechs Prozent gesunken.