In der SVP hält man es offensichtlich wie das Prinzesschen, das hingefallen ist: Aufstehen, Krönchen richten und weiter geht's – als wäre nix passiert. „Ziel war es, die Regionalregierung zu wählen und das hat dann ja auch geklappt“, sagt SVP-Fraktionssprecher Harald Stauder. Dass Kompatschers Wahl zum Präsidenten erst im dritten Anlauf geklappt hat, sei „eine Widrigkeit gewesen“. Zur Erinnerung: Im ersten Wahlgang hatte Kompatscher nur 35 der 39 Stimmen der Mehrheit erhalten. Wer die 4 Heckenschützen waren, die Kompatscher ihre Stimme verweigert haben, ist nach wie vor nicht bekannt. „Das Problem ist, dass die Leute nicht offen sagen, warum sie das tun“, ärgert sich Stauder. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63870395_quote" /><BR /><BR />Doch auch beim zweiten Wahlgang hat sich die SVP nicht mit Ruhm bekleckert. Wie bei der Wahl von Arnold Schuler zum Präsidenten des Südtiroler Landtages Anfang Februar haben auch am Mittwoch in Trient die SVP-Abgeordneten Josef Noggler und Franz Locher im zweiten Wahlgang ihren Wahlzettel hergezeigt. „Aus freien Stücken, wohl um zu beweisen, dass sie Kompatscher gewählt haben“, so Stauder. Diesmal sei „das Spielchen nicht orchestriert gewesen“ so der SVP-Fraktionssprecher, der damit indirekt gesteht, dass die Aktion bei der Schuler-Wahl vor 5 Wochen fraktionsintern organisiert war.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63869617_quote" /><BR /><BR />Verärgert über die Vorfälle in Trient ist auch Arno Kompatscher selbst. Es sei nicht nachvollziehbar, was die Beweggründe für dieses Stimmverhalten sind, so Kompatscher, dem auch Lega-Minister Roberto Calderoli zur Wahl gratuliert hat. Es sei nicht klar, welches Signal die Betreffenden mit ihrem Stimmverhalten ausdrücken wollen. „Wenn es sich um einen politischen Dissens handelt, wäre es das Mindeste, diesen offen darzulegen und dazu zu stehen. Aus Befindlichkeiten heraus Spielchen zu treiben, ist hingegen einfach nur verantwortungslos gegenüber den Institutionen und der Bevölkerung sowie respektlos gegenüber allen anderen Abgeordneten von Mehrheit und Opposition“, so Kompatscher gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63870391_quote" /><BR /><BR />„Jeder Gewählte sollte Profi sein – und jede derartige Abstimmung sorgt innerhalb und außerhalb für neue Enttäuschung“, sagt SVP-Obmann Philipp Achammer. Im Gegensatz zum Landtag sei diesmal nicht bewiesen, dass es sich bei den Heckenschützen um SVP-Mandatare handelt. Weiteren Gesprächsbedarf sieht er nicht. Wenn es Auseinandersetzungen gibt, sollten diese auch offen ausgetragen werden. „Kritik und Streit sind nicht untersagt“, so Achammer. „Aber es geht nicht, dass man sich bei Abstimmungen nicht an Absprachen hält und einige glauben, abstimmen zu können, wie sie wollen.“ <BR /><BR />Sowohl Achammer als auch Stauder sind sich gewiss, dass „jetzt, wo die Zeit der geheimen Abstimmungen vorbei ist und es wieder mit offenem Visier um Sachthemen geht, niemand mehr ausschert“. Das hätten die letzten Abstimmungen im Landtag gezeigt, sagt Stauder: „Ich bin jedenfalls frohen Mutes.“<BR />