Im Gegenteil: Auf Eis gelegte Durchführungsbestimmungen, ein Mailänder Abkommen mit Fragezeichen und wiederkehrende Geldforderungen erschweren derzeit die Beziehung zwischen der Hauptstadt Rom und seiner nördlichsten Provinz.Nun schlägt der Kammerabgeordnete Karl Zeller Alarm und warnt: Rom wolle erneut Südtirols Autonomie beschneiden. Die technische Regierung zeige wenig Sensibilität für Südtirol und dessen Sonderstellung.Nur mehr 60 Prozent der Steuereinnahmen sollen zurückfließen „Wir pochen zwar auf unsere Rechte, aber die Regierung Monti zeigt sich mit der Finanzregelung, die für Südtirol vorgesehen ist, nicht einverstanden“, so Zeller, Mitglied der 6-er und 12-erKommission.Etwa 90 Prozent der eingetriebenen Steuern flossen bislang nach Südtirol zurück. Dem könnte in naher Zukunft nicht mehr so sein, warnt Zeller in der Tageszeitung „Alto Adige“.Die Regierung Monti erwägt, nicht mehr 90 Prozent, sondern nur mehr 60 Prozent der eingenommenen Steuern an die Provinz Bozen zurückzuerstatten.„Wir befinden uns ganz offensichtlich in einem Konflikt“ Noch werde darüber nur gesprochen, Schriftliches gebe es noch nichts. „Aber die Gedanken gehen in diese Richtung. In Rom weiß man, wie wir darüber denken und dass wir uns zu wehren wissen. Aber diese Pläne verdeutlichen recht gut, wie das Klima derzeit aussieht. Wir befinden uns ganz offensichtlich in einem Konflikt“, so Zeller.„Ich trauere der Ära Berlusconi nicht nach, aber…“ Auf die Frage, ob er der Ära Berlusconi nachtrauere, meint Zeller: „Nein, ich verspüre keine Nostalgie.“Die Regierung Monti zeige aber wenig Sensibilität gegenüber der Südtirol-Autonomie. Vor allem weil sie technische Minister über Autonomie-Belange entscheiden lasse, was einer Katastrophe gleichkomme. Vieles deute auf einen neuen Zentralismus hin, der Südtirol erdrücke.joi