Freitag, 14. Januar 2022

Karl Zellers „hilfreiche Beratung“ bei Millionenprojekten

„Es hat sich im Land längst herumgesprochen, dass Karl Zellers Beratung sehr hilfreich für die Proponenten eines PPP-Projektes ist“, meint Freiheitlichen-Obmann Andreas Leiter Reber. „Seine Kompetenz als Rechtsanwalt und Vertragsexperte mag dabei unangezweifelt bleiben, aber es ist doch alles andere als opportun, dass der Vizeobmann der SVP Südtiroler Privatunternehmen bei ihren millionenschweren Deals mit dem Land berät“, kritisiert Leiter Reber.

Bei millionenschweren PPP-Bauprojekten in Südtirol ist auffallend oft Karl Zeller als Berater gefragt.
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Bei millionenschweren PPP-Bauprojekten in Südtirol ist auffallend oft Karl Zeller als Berater gefragt. - Foto: © Shutterstock / shutterstock
„Ist SVP-Politiker Zeller Türöffner für millionenschwere PPP-Projekte?“, fragt sich Leiter Reber. „PPP-Modelle bezeichnen die vertragliche Zusammenarbeit zwischen privaten Unternehmen und der öffentlichen Hand. Seit knapp 8 Jahren reichen auch in Südtirol einige Unternehmen millionenschwere PPP-Projekte beim Land ein“, schreibt Leiter Reber in einer Mitteilung und deckt mittels mehrerer Landtagsanfragen auf, wer diese Unternehmen sind und welche Projekte beim Land aufliegen und verwirklicht werden sollen.



„Während Leitner oder Doppelmayr Italien jeweils nur ein Projekt vorgelegt haben, stechen die Unternehmen der Meraner Unterberger-Gruppe auffallend hervor. Die zur Meraner Unternehmensgruppe gehörende Veba Invest GmbH oder die Fürstenburg GmbH haben mit Abstand am meisten Projekte eingereicht.

Allein die Hälfte der seit 2019 eingereichten Projekte wurden von der Veba Invest GmbH vorgelegt, die vom bekannten SVP-Politiker und Ex-Senator Karl Zeller beraten wird. Zu diesen Projekten der Veba Invest zählen unter anderem ein Meraner Seniorenheim und ein Schülerheim mit einem Konzessionswert von knapp 70 Millionen Euro bzw. von 35 Millionen Euro.

Letztlich wurde – immer vom selben Unternehmen der Unterberger-Gruppe – auch ein neues und wiederum im mehrstelligen Millionenbereich befindliches Bauprojekt für einen Bürokomplex für das Land Südtirol in Bozen eingereicht. Karl Zeller soll in Sachen PPP dabei nicht nur der Berater der Unterberger-Projekte sein, sondern auch die Latemar GmbH für ihr Projekt für die neue Kölnerhütte beraten haben“, schreibt Leiter Reber. „Hilft Parteinähe zur SVP bei millionenschweren Verträgen zwischen Land und Privatunternehmern?“, fragt sich Leiter Reber deshalb.

„Wir fordern von Landeshauptmann Kompatscher und der Landesverwaltung absolute Transparenz und in der anstehenden Landtagswoche die Offenlegung sämtlicher PPP-Projekte sowie Auskunft über den Stand der internen Verfahrensabläufe. Dass Karl Zeller oder andere Lokalpolitiker sich womöglich ihre Parteifunktion, ihren Draht zur Landesregierung oder ihr Mandat zur Verfolgung von Privatinteressen zu Nutze machen, muss absolut ausgeschlossen werden können“, betont Reber.

d

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