Mittwoch, 08. Juni 2016

Zerrissenes Edelweiß: Das Unterland sagt Nein zum Flughafen

Für die Südtiroler Volkspartei wird der Sonntag zu Zerreißprobe: Während sich ein Großteil der Partei rund um Arno Kompatscher schart und für den Bozner Flughafen wirbt, rebellieren die SVP-Vertreter in Südtirols Süden. Sie sagen Nein zum Flughafen. Klar und deutlich.

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Foto: © shutterstock

Einigkeit sieht anders aus: Am Mittwoch rief der SVP-Bezirk Unterland zur Pressekonferenz. In vorderster Front platzierte sich Oswald Schiefer, der SVP-Bezirksobmann. Vor den Medienvertretern sprachen sich Funktionäre, Bürgermeister und Gemeindeverwalter klar gegen den Bozner Flughafen aus.

Die SVPler erklärten, dass es unwahrscheinlich sei, dass der Flughafen, im Sinne der viel gepriesenen Erreichbarkeit, den großen Anschluss an die Welt garantieren könne. „Wird hingegen der Flugplatz durch höhere Passagierzahlen touristisch einigermaßen attraktiv, so wird er für die Bevölkerung und das Tourismusgebiet im Süden Südtirols unerträglich“, heißt es in einer Presseaussendung, die von SVP-Vertretern aus dem Gebiet Unterland, Überetsch und Leifers/Pfatten ausgearbeitet wurde.

„Unglaubliche Propagandamaschinerie“

Die Umsetzung des Flughafen-Konzeptes wiederspreche einer modernen nachhaltigen Verkehrsplanung, heißt es in der Mitteilung. Bedauerlich sei überdies die Tatsache, dass die Landesregierung, Parteiexponenten und die Vertreter der Wirtschaftslobbies mit einer „unglaublichen Propagandamaschinierie“ über die SVP-Zeitung „ZiS“ und Werbebroschüren „fadenscheinigen Argumente“ verbreiteten und Angst vor den Folgen eines Neins schürten.

Dabei würde das Land bei einem Nein keineswegs die Kontrolle über den Flugplatz verlieren, meinen die Vertreter aus dem Unterland. Potentielle Investoren könnten nicht tun und lassen, was sie wollten. Plus: Ein Flughafen mit der aktuellen Landebahn sei für eine private Führung sowieso uninteressant.

Ein Ja zum Flughafen bedeute hingegen ein Ausbau „ohne Limit“. Zudem gingen damit gesundheitliche Belastungen, Verschlechterung der Lebensqualität für das betroffene Gebiet und erhebliche Entwertung der Liegenschaften aller Anrainer einher.

stol

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