<BR />„Das Land ist zu spät gestartet. Man kann Kriterien nicht eine Woche vor Einschreibung beschließen“, kritisiert Christa Ladurner von der Allianz für Familie. <BR /><BR />„Bedarfsorientierter, gerechter, inklusiver“ waren die Adjektive, mit denen die Landesregierung die Zugangskriterien zu verlängerten Öffnungszeiten im Kindergarten erweitert hatte. Waren es bisher zehn, so reichen heuer dazu acht Kinder. <BR /><BR />Neben Berufstätigkeit können jetzt auch soziale, familiäre und persönliche Gründe in Eigenerklärungen angegeben werden. Ziel der Neuerung: 60 Angebote mit verlängerten Öffnungszeiten ab Herbst, 120 das Jahr darauf.<BR /><BR />Doch das Ziel wurde nicht erreicht: „Zusammen mit den Angeboten, die Gemeinden in Zusammenarbeit mit privaten Anbietern laufen haben, die wir gebeten haben, diese noch heuer aufrechtzuerhalten wird es zwar Projekte an 60 Standorten geben“, sagt Landesrat Philipp Achammer. Anvisiertes Ziel war aber, 60 Angebote über die Landeskindergartendirektion auf Schiene zu bringen. <BR /><BR /> „Das haben wir nicht erreicht. Es werden 44 sein“, so Achammer. Er räumt ein, dass man wohl etwas spät gestartet sei. „Wir bleiben aber am Ball und wollen nächstes Jahr auf jeden Fall verdoppeln.“ Dann aber wohl auf 80 statt der angepeilten 120 Angebote mit Verlängerung.<h3> Es hagelt Kritik von der Allianz für Familie</h3> Kritik kommt von der Allianz für die Familie. „Eltern brauchen verlässliche Angebote. Man kann mit Kriterien nicht eine Woche vor der Einschreibung nach außen gehen“, kritisiert Christa Ladurner. Einmal schon, dann wieder nicht. „Wenn ein Angebot nicht über mehrere Jahre sicher ist, stellt keine Familie ihre Arbeitszeitmodelle um“, so Ladurner. <BR /><BR />Und es gibt Kritik an den Kosten. Gab es bisher eine monatliche Fixgebühr von 102 Euro, so beträgt der neue Tarif die Grundgebühr plus 4 oder 5 Euro für jeden Nachmittag in Verlängerung. In Bozen kommt man damit auf bis zu 160 Euro. Festgelegt wurden sie vom Land. „160 Euro für fünf Tage bis 17 Uhr mit warmem Essen und zwei Jausen ist nach wie vor sehr mäßig“, so Achammer. Mit dem Preis sei auch eine gewisse Verbindlichkeit verbunden, die Kinder auch regelmäßig zu bringen.<BR /><BR />„Wenn eine Familie mit mehreren Kindern Kita, Nachmittagsangebote und Kindergarten zahlen muss, läppert es sich zusammen“, kontert Ladurner. Keine schreibe sein Kind zum Spaß ein, sondern weil zwei Gehälter gebraucht werden oder zu Hause Pflegebedürftige warten.<BR /><BR />Kritik an den Kosten kommt auch von den Gemeinden, die selbst Projekte in die Wege geleitet haben. „Wir haben das Angebot schon lange und werden jetzt sozusagen dafür abgestraft, den Dienst selbst organisiert zu haben, denn der externe Anbieter kostet für die Eltern mehr“, sagt die Terlaner Gemeindereferentin Magdalena von Dellemann.