Dienstag, 09. Oktober 2018

Zublasing: Pieps statt Parasit

Reinhard Zublasing wirbt für sich als Macher: Am Montag aber stolperte der Überetscher SVP-Kandidat über einen Pieps. Zublasings Idee, seinen Ausländer-Spot mit Piepston über dem Wort „Parasit“ weiter zu senden, brachte Obmann Philipp Achammer in Rage. „Diesmal habe ich mich selbst überzeugt, dass der Spot abgesetzt wird, denn mit diesen Begriffen zu spielen, geht gar nicht“, stellt Achammer klar.

Reinhard Zublasing hat versucht, sich um die Streichung seines Parasiten-Werbespots zu drücken.
Reinhard Zublasing hat versucht, sich um die Streichung seines Parasiten-Werbespots zu drücken. - Foto: © D

Im Wahlkampf übertrumpfen sich die Parteien mit harten Sprüchen gegen Ausländer. Rechts überholt wurden Freiheitliche und Süd-Tiroler Freiheit letzte Woche allerdings vom Überetscher Zublasing. In einem Radiospot forderte er „ehrliche und fleißige Migranten. Wir brauchen keine Parasiten“.

Dies rief prompt die SVP auf den Plan: „Diese Begrifflichkeit ist keine, die wir verwenden“, so Obmann Achammer. Der Spot werde abgesetzt. „Die Sache ist mit Zublasing geklärt.“

Ist sie aber nicht. Am Montag war Zublasings „Faktencheck“ im Radio erneut zu hören. Allerdings mit einer Änderung: Auf das Wort „Parasiten“ hat man einen Piepston gelegt. Obwohl das Wort nicht mehr zu verstehen ist, bleibt die Botschaft dieselbe.

So zumindest sieht es Obmann Achammer, der gar nicht amüsiert war. „Ich habe gesagt, dass wir den Begriff nicht akzeptieren, und genauso wenig akzeptieren wir, dass damit bewusst gespielt wird. Unterm Strich kommt dabei nämlich dasselbe heraus.“ Diesmal, so Achammer, habe er sich persönlich davon überzeugt, dass der Spot abgesetzt wird.

„Ausdrücklich auf Distanz“ geht der Vorsitzende des SVP-Wirtschaftsausschusses, Josef Tschöll. „Wir haben mit dem Spot nichts zu tun, denn wir sind stets eine gemäßigte Stimme“, so Tschöll. Wirtschaftskandidat Zublasing habe er beschieden, den „Spot abzusetzen, statt zu provozieren“.

bv

stol