Viktor Orbán hat Ungarn fester im Griff denn je und setzt seine EU-feindliche Politik unbeirrt fort. Aber Europa täte gut daran, den Köpfen der jungen ungarischen Politikergeneration mehr Aufmerksamkeit zu schenken.<BR /><BR /><BR />Derzeit steht Ungarn weiter derzeit völlig im Schatten der Orban'schen Chaospolitik, die völlig ziellos zwischen Putin und Trump hin und her rast. Selbst Polen hat unter diesen Umständen mit der ungarischen Regierung gebrochen, obwohl die Magyaren traditionell zu seinen besten Freunden und Verbündeten zählten. Ungarns Renommee ist durch das Kungeln mit dem Kreml mittlerweile tiefgreifend geschädigt, wenn auch die Schuld an der Entwicklung, die dahin geführt hat, keinesfalls nur in Budapest zu verorten ist.<BR /><BR /><BR />Jetzt aber stellt sich die Frage nach der Zukunft. Noch sitzt Orban innenpolitisch fest im Sattel. Seine internationale Außenseiterposition mag er genießen, dem Land schadet sie aber massiv. Das stark christlich geprägte und eigentlich sehr pro-europäische ungarische Volk aber einfach seinem Schicksal zu überlassen und es entweder zu einem Anhängsel Russlands oder auch zu einem Spielfeld der europäischen Linken herabsinken zu lassen, hätte mit verantwortlicher Europapolitik wenig zu tun. <h3> Mutige Bürgermeister</h3>Deshalb gilt es jeden möglichen neuen Ansatz zu betrachten: Jüngere Kräfte in der Regierungspartei wie die Staatspräsidentin Katalin Novak, die zuvor eine erfolgreiche Familienministerin war; Traditionsbestände der alten Christdemokratie in der kleinen KDNP, die immerhin noch mit einem Abgeordneten der Europäischen Volkspartei angehört, das völlig verstummte konservativ-liberale Lager, das unter Premierminister Jozsef Antall die ungarische Demokratie aufgebaut hat, sowie jenen Teil der Linken, der wirklich liberal oder klassisch sozialdemokratisch ist. <BR /><BR />Nicht vernachlässigen sollte man auch den wirklich mutigen Bürgermeister von Hodmezövasarhely in der Puszta, Peter Marki-Zay, der zwar bei der letzten nationalen Wahl nicht besonders reüssierte, dem aber für die nächste Europawahl durchaus gute Aussichten eingeräumt werden. <BR /><BR />