Mittwoch, 17. März 2021

Zurück zur Normalität: EU-Kommission präsentiert digitalen Grünen Pass

Die Europäische Kommission hat am heutigen Mittwoch den digitalen „Grünen Pass“ vorgestellt. Damit soll den Bürgern der 27 Mitgliedsländer ab Sommer die freie Bewegung innerhalb der Staatengemeinschaft ermöglicht werden. Erfreut über diesen Schritt ist auch Südtirols EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann.

Der „Grüne Pass“ soll eine Immunisierung durch die Impfung oder die Überstandene Covid-19-Erkrankung belegen. Auch negative Testergebnisse sollen in den Impfpass einfließen.
Der „Grüne Pass“ soll eine Immunisierung durch die Impfung oder die Überstandene Covid-19-Erkrankung belegen. Auch negative Testergebnisse sollen in den Impfpass einfließen. - Foto: © APA / EXPA/JOHANN GRODER
Der „Grüne Pass“ soll Informationen über die Corona-Impfung, über Corona-Tests und Genesung nach einer Corona-Infektion enthalten. Alle EU-Staaten unterstützen nach anfänglicher Skepsis ein solches einheitliches Impfpass-System.

Auch Südtirols EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann freut sich: „Der Grüne Pass bringt uns Schritt für Schritt Normalität und Freiheit zurück.“ Allerdings sei der Impfpass nur dann sinnvoll, wenn es möglichst viele Geimpfte gebe. Die Impfstoff-Lieferungen müssten daher forciert werden.

Nachweis der Immunisierung und negativer Testergebnisse

Die Exekutive der Europäischen Union hat am heutigen Mittwoch den Vorschlag eines digitalen „Grünen Passes“ vorgelegt. Corona-Geimpfte und -Genesene sollen mit einem Attest ihre Immunisierung und Nicht-Geimpfte ihre negativen Testergebnisse nachweisen können.

Der digitale Nachweis soll ein einheitlich lesbares Dokument mit einer fälschungssicheren Impfstatus-Dokumentation sein, die mit QR-Code auf dem Smartphone, per App oder ausgedruckt auf Papier überprüfbar ist, einem Bahnticket ähnlich. Der Ausweis soll in den Amtssprachen des betreffenden Landes sowie in Englisch ausgestellt werden.



Das EU-Parlament muss diesem Vorschlag jetzt zustimmen und die EU-Kommission die digitale Infrastruktur dafür bereitstellen. Damit ein Datenabgleich möglich wird, ist die Anpassung nationaler Datenbanken erforderlich. Innerhalb von 3 Monaten soll die europaweite digitale Basis für diese Impf-Dokumentation geschaffen sein. Die Initiative des Grünen Passes soll sich auf Reisen und Mobilität beschränken. Datenschutz, Sicherheit und Privatsphäre der Personen müssten gewährleistet werden, betonten die Kommissionsmitglieder heute.

Dass ein EU-weiter Nachweis kommen würde, ist seit Jänner klar. Damals hatte der EU-Rat beschlossen, einen standardisierten Impfnachweis auf den Weg zu bringen, der mittels verschiedener Systeme bedienbar und einsehbar ist.

In der Vergangenheit hatte der geplante Impfpass für einiges an Diskussionen gesorgt. Im Interview mit s+ erklärt P. Martin Lintner, was er aus Sicht der Moraltheologie dazu zu sagen hat.

Hoffen auf einen freien Reisesommer

Herbert Dorfmann hofft mit der Tourismusbranche auf einen freien Reisesommer in der EU. Diese Nachweise würden einen sicheren Personenverkehr gewährleisten und neben gleichzeitiger Sicherheit ein Stück Normalität zurückbringen: „Ein digitaler Grüner Nachweis bestätigt, dass man gegen Covid-19 geimpft wurde, eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht hat oder negativ auf Corona getestet wurde“, verdeutlicht der Südtiroler EU-Parlamentarier.

„Allerdings ist es jetzt wichtig, dass so schnell wie möglich Impfstoff in die EU kommt“, sagt Herbert Dorfmann. Alle, die geimpft werden möchten, sollen bis Sommer die Möglichkeit dazu haben.

stol