Mittwoch, 05. August 2020

Spritzen und Exkremente am Magnago-Platz: Wachdienst muss her

Exkremente, Drogendealer, Spritzen: Der Landesregierung reicht es. Der „untragbaren Zustände“ auf dem Magnago-Platz müde, will sie einen privaten Wachdienst engagieren, der dem Treiben ein Ende setzt. „Auch wenn das erhebliche Kosten für die öffentliche Hand mit sich bringt“, sagt Landesrat Philipp Achammer.

So schmutzig kann der Silvius-Magnago-Platz in Bozen sein.
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So schmutzig kann der Silvius-Magnago-Platz in Bozen sein. - Foto: © Privat
Vor dem Landtag und dem Palais Widmann als Sitz der Landesregierung gelegen, ist der Magnago-Platz laut Achammer ein „Schaufenster für Bozen und ganz Südtirol“.

Trotz Umgestaltung und Umbenennung im Jahr 2010 hat der frühere Landhausplatz heute aber ein Fenster, in das man besser nicht hineinschaut, was Achammer letzte Woche in der Landesregierung aufwarf.



„Um eines klarzustellen: Niemand hat etwas dagegen, wenn sich Leute zivilisiert auf dem Platz aufhalten – auch Migranten“, so Achammer. Kinder- und Jugendorganisationen, deren Zentrum sich am Platz befindet, seien aber bei ihm vorstellig geworden. „Am Morgen liegen Spritzen und Exkremente herum. Tagsüber wird offen mit Drogen gedealt“. Das ganze habe eine „unzumutbare Dimension“ erreicht, weshalb ein Wachdienst engagiert werden soll.

Die Meinung vertrat auch Vermögenslandesrat Massimo Bessone. Immerhin gehört der Platz dem Land. Sein Verwahrer ist der Generalsekretär des Landes, Eros Magnago. Dieser bestätigt die untragbaren Zustände, verweist aber darauf, dass der private Wachdienst nur zum Schutz des Vermögens des Landes auftritt. Widerrechtliches Verhalten könne aber den Ordnungshütern gemeldet werden.

Mit Regierungskommissär, Sicherheitskräften und Stadtverwaltung Bozen soll nun eine Absprache über Kontrollen gefunden werden, die auch den Bahnhofspark einbeziehen. „Unsere Mitarbeiterinnen haben am Abend Angst, diesen zu durchqueren“, sagt Magnago.

Angestrebt wird eine Kombination aus polizeilicher und privater Kontrolle über den Wachdienst. „Auch wenn uns bewusst ist, das dies erhebliche Kosten für das Land mit sich bringt“, so Achammer. Ein privater Sicherheitsdienst war im Frühjahr bereits aktiv, als der Eingang zum Palais Widmann umgebaut wurde – das zeigte Wirkung.

bv

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