Stehen in Südtirol für 2026 8,8 Milliarden Euro zur Verfügung, so ist es im Trentino mit 6,2 Milliarden fast ein Drittel weniger. Während Arno Kompatscher seitens der Opposition ein laues Lüftchen ins Gesicht bläst, betreibt die Trentiner Minderheit mit 15.000 Abänderungsanträgen harte Obstruktion.<BR /><BR />Ende 2024 lebten in Südtirol 539.386 Bürger, im Trentino waren es 546.709. Das sind 7300 Einwohner mehr, die mit ihrem Steueraufkommen zum Landeshaushalt beitragen. Auch die autonomiepolitischen Bedingungen sind dieselben: 90 Prozent des Steueraufkommens bleiben in Südtirol wie im Trentino im Lande. <h3> Was die Gründe für den großen Unterschied sind</h3>Trotzdem fällt der Trentiner Landeshaushalt deutlich magerer aus als jener in Südtirol. Fast ein Drittel oder 2,6 Mrd. Euro beträgt der Unterschied. Dieser bleibt auch ohne Durchlaufposten gleich, die in beiden autonomen Provinzen rund 600 Mio. Euro betragen. Tatsächlich zur Verfügung stehen im Trentino also 5,6 Mrd. Euro, in Südtirol sind es stolze 8,2 Milliarden Euro.<BR /><BR />Die Gründe für den großen Unterschied sind viele – im Grunde aber einer. Die Südtiroler sind „Buggler“. Mit 62.000 Euro hat Südtirol ein deutlich höheres Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf als das Trentino (48.000 Euro). Auch beim Pro-Kopf-Vermögen reicher (353.000 Euro Nettovermögen) als die Trentiner Nachbarn (293.000 Euro). Neben dem BIP sind auch unsere Konsumausgaben und die Summe der Löhne deutlich höher“, sagt Landeshauptmann Kompatscher. Zudem habe Südtirol einige günstigere Finanzausgleichsregelungen mit dem Staat (z.B. bei der Schule). „Das fällt aber weniger ins Gewicht“, so Finanzlandesrat Kompatscher.<h3> Bis auf Gesundheitswesen große Unterschiede</h3>Dementsprechend kann Südtirol im Haushalt aus dem Vollen schöpfen. Über 800 Mio. Euro stehen für die Mobilität zur Verfügung, wobei in diese Zahl auch die Ausgaben für Tiefbau, Straßendienst, Olympia-Bauten und PNRR-Gelder mit einfließen. Den reinen öffentlichen Nahverkehr lässt sich Südtirol laut Landesrat Daniel Alfreider 255 Mio. Euro kosten. Zum Vergleich: Im Trentino fließen 161,5 Mio. Euro in die Öffis.<BR /><BR />Deutlich sind die Unterschiede auch im Sozialen. Über 600 Mio. Euro darf Landesrätin Rosmarie Pamer im kommenden Jahr unter die Leute bringen. Ihr Trentiner Amtskollege muss sich bei 409 Mio. Euro mit 200 Mio. Euro weniger zufriedengeben.<BR /><BR />Relativ nahe liegen die beiden Länder bei den Ausgaben für den Gesundheitsbereich. 2,015 Mrd. Euro sind dafür im Südtiroler Landeshaushalt vorprogrammiert, während es im Trentiner 1,825 Mrd. Euro sind. Pro Kopf geben die Trentiner also deutlich mehr für die Sanität aus. <h3> Im Trentiner Landtag harte Obstruktion</h3>In den beiden Landtagen läuft die Haushaltsdebatte ebenfalls extrem unterschiedlich ab. In Südtirol spart die Opposition zwar nicht mit Kritik und hat Tagesordnungspunkte und Änderungsanträge hinterlegt, um ihre Anliegen weiterzubringen. Das Klima ist aber konstruktiv.<BR /><BR /> Ganz anders im Trentino, wo Landeshauptmann Fugatti ein eiskalter Wind ins Gesicht bläst. Über 15.000 Abänderungsanträge hat die Mitte-Links-Opposition eingebracht und betreibt damit Obstruktion, um Fugatti zu Verhandlungen über ihre Anliegen zu zwingen. Im Trentino hat dies Polit-Tradition: Beim Nachtragshaushalt 2024 belief sich die Zahl der Abänderungsanträge sogar auf über 18.000.