Kultur, Handwerk und Qualität – die Gemeinschaft der Lodenwelt-Betriebe suchte in Südtirol ihresgleichen. Es war eine Geschichte über Zusammenwachsen und Beständigkeit.<BR /><BR />Das Ortseingangsschild „Lodenwelt“ ließ zwar erahnen, aber noch nicht in voller Gänze erkennen, was Besucher, Schulklassen und Kulturbegeisterte wenige Meter dahinter erwartet hätten. Die Lodenwelt war damals bereits ein lebendiger Ortsteil von Vintl – weit mehr, als sich die beiden Initiatoren Manfred Profanter und Heiner Oberrauch Ende der 1990er-Jahre hätten vorstellen können.<BR /><BR />„Mein Vater übergab mir seinerzeit die Leitung der Oberrauch-Zitt-Geschäfte und damit eine große Verantwortung“, erinnerte sich der Bozner Unternehmer Heiner Oberrauch. „Unser Familienbetrieb ging mit mir in die fünfte Generation, die eng mit dem Loden verwoben war. Meine Aufgabe sah ich darin, den wunderbaren Loden für alle erlebbar zu machen. Loden ist der Stoff unseres Landes, ein Stück unserer Identität und ein wichtiges Kulturgut.“<BR /><BR />Auf der Suche nach einem Standort für die Umsetzung seiner Vision einer Loden-Erlebniswelt traf Heiner Oberrauch auf den lokalen Unternehmer Manfred Profanter – und damit auf den idealen Partner. Profanter hatte das stillgelegte Textilareal bereits erworben und eigene Pläne für dessen Nutzung. „Wir waren sofort von den Ideen des anderen begeistert und haben uns gedacht: Gemeinsam kann das etwas werden. Die Chemie hat einfach gestimmt“, erinnerte sich der Lodenwirt-Seniorchef.<BR /><BR />In kürzester Zeit beschlossen die beiden die Umstrukturierung des Areals: Es entstand die Lodenmanufaktur mit Erlebniswelt und Shop sowie das gastronomische Zentrum, das heutige Hotel & Restaurant Lodenwirt.<BR /><BR />Im Bewusstsein des kulturellen Erbes und mit Respekt vor Tradition und Herkunft war im Laufe der Jahre ein lebendiger Ort gewachsen. Heute prägten über 20 Handwerks- und Handelsbetriebe das Bild der Lodenwelt. Gemeinsam hatten sie es geschafft, dieses Gewerbegebiet als „fünfte Fraktion“ von Vintl zu etablieren, ihm einen offiziellen Ortsnamen zu geben – und vor allem ein unverkennbares, authentisches Gesicht.<BR /><BR />„Natürlich war der Weg nicht ohne Hürden“, erzählte Profanter rückblickend. „Gerade in der Anfangsphase galt es, viele Herausforderungen zu meistern – von Genehmigungen über Investitionen bis hin zur Umgestaltung des Areals. Doch wir haben nie aufgegeben. Es war der eiserne Wille, an die Idee zu glauben, der uns getragen hat. Heute sehen wir, dass sich dieser Einsatz gelohnt hat: Der Standort hat sich bewährt, die Lodenwelt genoss einen hohen Bekanntheitsgrad und der ursprüngliche Projektname war inzwischen zu einem eigenständigen Ortsnamen geworden.“<BR /><BR />Betriebe wie die Capriz-Feinkäserei unterstrichen das Konzept der heimischen Manufaktur typischer, lokaler Produkte und setzten starke Akzente für die Stärkung der regionalen Identität. Neben Manufakturen und Fachgeschäften bereicherten auch Gastronomie, Dienstleister und regionale Produzenten die Lodenwelt. Diese Vielfalt machte das Areal zu einem Ort, an dem sich Handwerk, Kulinarik und Innovation auf natürliche Weise begegneten.<BR /><BR />Zur Lodenwelt gehörten auch zwei Museen, die Wissen anschaulich vermittelten: Das Lodenwelt-Museum zeigte Vergangenheit und Gegenwart der Lodenherstellung, während das Capriz-Museum die Herstellung von hochwertigem Käse erzählte. Beide Museen waren interaktiv gestaltet und machten Kulturgut auf lebendige Weise erfahrbar. Auch in puncto Arbeitsplätze spielte die Lodenwelt eine Schlüsselrolle für die gesamte Region: Rund 100-150 Menschen waren damals in den verschiedenen Betrieben am Standort beschäftigt. <embed id="dtext86-71546364_ontour" />