Montag, 11. Mai 2020

Absturz beim Tandem-Gleitschirm-Flug

Der Fall: Ein deutscher Tourist hatte im September 2015 einen Tandem-Gleitschirm-Flug gebucht, wobei der Start im Schlerngebiet stattfinden sollte.

Ein deutscher Tourist hatte im September 2015 einen Tandem-Gleitschirm-Flug gebucht, wobei der Start im Schlerngebiet stattfinden sollte.
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Ein deutscher Tourist hatte im September 2015 einen Tandem-Gleitschirm-Flug gebucht, wobei der Start im Schlerngebiet stattfinden sollte. - Foto: © shutterstock
Der Tandemflieger hob mit dem deutschen Tourist mit dem Gleitschirm ab, jedoch konnte an der Absprungkante nicht ausreichend genügend Höhe gewonnen werden und somit sind beide samt dem Gleitschirm ca. 40 Meter den Hang hinuntergestürzt.

Dabei zog sich der Tourist schlimme Verletzungen an der Wirbelsäule und diverse Rippenfrakturen zu.
Er erhob dann Klage vor dem Landesgericht Bozen gegen den Gleitschirmflieger und machte Schadenersatzansprüche sowohl für den Personen-, als auch den Verdienstentgangschaden geltend.


Mit Urteil vom 06.08.2019 wurde dem Klagebegehren stattgegeben und das Landesgericht Bozen hat den Gleitschirmflieger zur Zahlung eines Schadenersatzbetrages in der Höhe von Euro 147.000,00 zuzüglich der Verfahrenskosten verurteilt.
Der Tandemschirmflieger bzw. seine Haftpflichtversicherung haben den Einwand erhoben, dass der deutsche Tourist den Unfall mitverursacht hätte.

Das Gericht ließ aber den Einwand nicht gelten, zumal davon auszugehen ist, dass der Pilot alleine über das notwendige Knowhow verfügen muss und auch einzig und allein dieser haftet, wenn es zu Unfällen kommt.
Anders ausgedrückt, kann der Begleiter, welcher sich gerade wegen seiner Eigenschaft als Amateur gänzlich auf die Erfahrung des Piloten verlässt, niemals für die Risiken des Fliegens haften.

Das Gericht war der Auffassung, dass der Tandemflug mit Gleitschirm vom CONI als Sportart anerkannt und durch das Dekret des Staatspräsidenten Nr. 133/2010 geregelt ist.

Dem Beklagten war es nicht möglich, nachzuweisen, dass der Passagier sich nicht an seine Anweisungen gehalten hätte und aufgrund des Umstandes, dass der Pilot verpflichtet ist, alles zu tun, um die Unversehrtheit des Passagiers zu garantieren, so wurde die Haftung des Piloten anerkannt.

RECHTSANWALT DR. MARKUS WENTER

Dantestraße 20/B
39100 Bozen
Tel. 0471 980199
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