Donnerstag, 02. Januar 2020

„Ich habe Spaß, ganz sicher“ auf der Plose

Am Sonntag, 5. Jänner 2020 hat die Sicherheitskampagne „Ich habe Spaß, ganz sicher“ auf der Plose Halt gemacht.

Die Sicherheitskampagne macht auf der Plose Halt.
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Die Sicherheitskampagne macht auf der Plose Halt. - Foto: © Paolo Codeluppi

Der Name „Ich habe Spaß, ganz sicher“ kommt nicht von ungefähr. Die Aufklärung soll in einem unterhaltsamen Kontext geschehen – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Ratschlägen der Experten.

Das Team besteht aus Fachleuten unterschiedlichster Art: Skilehrer, Sanitäter, Polizeiorgane, die Bergrettung der Finanzpolizei, die Bergrettung im AVS und CAI, Rodelexperten, Berg- und Skiführer und Freestyle-Profis für die Jugend sind mit dabei. Und natürlich darf auch ein Arzt nicht fehlen. Moderatorin Silvia Fontanive führt durch den Tag und vermittelt mit Interviews interessante Tipps.

Oskar Zorzi, Erste-Hilfe Experte, Referent, Koordinator der Flugrettung in Südtirol im Interview.

Herr Zorzi, als Erst-Helfer sind Sie nicht nur auf den Skipisten unterwegs, sondern werden auch zu Rodelunfällen gerufen. Was empfehlen Sie jenen, die auf den Rodel-Pisten unterwegs sind?

Wichtig um Unfälle zu vermeiden, ist vor allem die richtige Ausrüstung (Helm, Schuhe mit guter Sohle, Skibrille, Handschuhe, Stirnlampe beim Nachtrodeln) und eine funktionstüchtige Rodel. Der Freizeitrodler sollte zudem das Grundwissen haben, wie man eine Rodel beherrscht (wie lenkt und bremst man).Zudem soll jeder Rodler Respekt den anderen Rodlern entgegenbringen und die Geschwindigkeit der Rodelpiste anpassen. Zudem sollen die Verhaltensregeln, die auf den Rodelbahnen aufgeschlagen sind, beachtet und eingehalten werden.

Gibt es weitere Dinge, die ein Rodler beachten soll?

Sowohl auf den Skipisten als auf den Rodelbahnen sollen die Sportler sich bewusst sein, dass Alkohol enthemmt und um vieles die Reaktionszeit verlangsamt.

Herr Zorzi, wie verhalte ich mich bei einem Unfall auf der Rodelbahn?
Auch hier gilt, wie bei anderen Unfällen:

•Ruhe bewahren
•Sich umsehen besteht Gefahr, sind der Verunfallte und ich in einem gefährlichen Ort?
Eine Engstelle, Kurve oder eine unübersichtliche Stelle.
•Bin ich in der Lage dem Verunfallten zu helfen und ihn vom Unfallort zu entfernen (immer, wenn es die Verletzungsart zulässt).
•Den Unfallort absichern (mindesten 10 Meter oberhalb des Verletzten) gut ersichtlich ev. eine Person die auf die Gefahr aufmerksam macht, in der Nacht mit einer Lampe deutliche Lichtzeichen geben.
•Den Verunfallten fragen: was ist wie passiert? Wo hat er Schmerzen?
•Den Verletzten in eine für seine Verletzungsart ideale Position (Lagerung) bringen

Viele Bürger wissen zwar, dass Sie verpflichtet sind Erste Hilfe zu leisten, im Falle eines Unfalls wissen sie dann aber oft nicht, welche Nummer man anrufen soll.
Jeder Bürger ist verpflichtet zu helfen und die Rettung zu rufen. Die Disponenten des Landesnotrufdienstes sind verpflichtet die nächste und geeignete Rettung zu senden.
Die Rettung rufen: 112
Damit die Landesnotrufzentrale schnell Hilfe schicken kann, braucht sie wichtige Informationen:
•Wo ist der Unfall passiert: Skigebiet, Name der Rodel Piste, Abschnitt (oberer – mittlerer- unterer-Teil), in viele Rodelpisten gibt es Km- Anzeigen
•Was ist passiert: Rodel-Unfallart
•Wie viele Verletzte (Anzahl der Verletzten)
•Welche Art von Verletzungen: Einfache Beschreibung
•Wer ruft an.
Bei Unsicherheiten kann ich auch mal die Bediensteten (Krankenpfleger und Notarzt) des Landesnotrufdienstes um Rat fragen.
Das Mobiltelephon für eventuelle Rückrufe freihalten und erreichbar bleiben.

Herr Zorzi, in letzter Zeit hört man immer wieder von den „Notfall-Apps“ – was hat es mit diesen auf sich?

Es gibt zwei kostenlose Notfall-Apps, welche beide für die „Berge“ entwickelt wurden, die aber auch in der Stadt funktionieren. Wenn man eine dieser beiden Apps auf dem Handy installiert hat, kann man über die App den Notruf absetzen.
Die Absetzung des Notfalles über einer diesen Notfall Apps hat den großen Vorteil, dass man die eigene Position (GPS) mitsendet (GPS-Lokalisation muss aber aktiviert sein)
Auch wenn man eine der beiden Notfall-Apps benutzt gilt:
•den Verunfallten beruhigen
•vor Auskühlen schützen (mit überschüssiger Bekleidung, trockenen warmen Handschuhen, Mütze oder Helm - und am idealsten wäre eine Isofolie (Alufolie).
•Der Helm muss nicht entfernt werden.
•Beim Verletzten bleiben und abwarten bis die Rettung kommt.

STOL war bei der Veranstaltung auf der Plose on Tour und zeigt die besten Bilder.


som