Donnerstag, 14. November 2019

Monsieur Claude und seine Töchter

„Monsieur Claude und seine Töchter“ war neben „Ziemlich beste Freunde“ der erfolgreichste französische Film der letzten Jahre, der in Frankreich über 10 Millionen Besucher ins Kino lockte.

Monsieur Claude und seine Töchter.
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Monsieur Claude und seine Töchter. - Foto: © Hanna Glück

Selten ist über Zuwanderung und Integration so leicht und humorvoll erzählt worden. Die Geschichte ist ein modernes Märchen und erzählt von einer Familie aus der Provinz, abseits der großen Städte, wo die Angst und Ablehnung des Fremden immer schon tiefer verwurzelt war. Das St. Pauli Theaters Hamburg schafft es, das Gegenwartsthema mit Leichtigkeit und auf höchst unterhaltsame Weise auf die Bühne zu bringen.

Claude und Marie sind stolze Eltern von vier erwachsenen, bildhübschen Töchtern. Zum Leidwesen von Claude heiraten drei seiner Töchter keine katholischen Franzosen. Eine ist mit einem erfolglosen jüdischen Geschäftsmann liiert, eine hat sich mit einem muslimischen Rechtsanwalt vermählt, und die dritte ist Ehefrau eines Chinesen. In die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld zumal die Schwiegersöhne aus kulturell völlig unterschiedlichen Milieus stammen, die auch untereinander nicht frei von Aggressionen und Vorurteilen sind.



Claudes letzte Hoffnung, doch noch einen standesgemäßen Schwiegersohn zu bekommen, ruht nun auf der jüngsten Tochter und zu seiner Freude eröffnet diese ihren Eltern, dass sie beabsichtigt einen katholischen Schauspieler namens Charles zu heiraten. Die anfängliche Freude von Claude und Marie weicht Entsetzen, als sich der zukünftige Schwiegersohn als Schwarzer von der Elfenbeinküste entpuppt.
Doch auch Charles„ Familie knirscht bei dieser Partie mächtig mit den Zähnen. Weniger um bei den Hochzeitsvorbereitungen zu helfen, als um diese zu sabotieren, lassen sich die Eltern auf ein Kennenlernen ein. Was folgt ist ein Gemetzel der nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteile. Doch dann passiert etwas Ungewöhnliches, fast Utopisches: Die Beteiligten lernen, diese Vorurteile zu überwinden, erst ein bisschen und dann immer mehr. Am Erstaunlichsten die Titelfigur Claude. Er folgt seiner Frau, die ihm vorausgegangen ist und lässt sich anstecken von der Neugier seiner Töchter nach dem Fremden und Unbekannten. Er beschließt, seine engen Grenzen hinter sich zu lassen und rauszugehen in die Welt.

Die Aufführungen finden am 20./21. und 22. November im Bozner Waltherhaus statt und beginnen jeweils um 20 Uhr. Kostenlose Einführungen um 19.15 Uhr.

Karten im Südtiroler Kulturinstitut und bei Athesia Ticket.
Infos unter 0471 313800, im Internet: www.kulturinstitut.org


Unterstützt wird das Gastspiel von der Raiffeisenkasse Bozen, Konverto und der Stadtgemeinde Bozen, subventioniert von der Südtiroler Landesregierung, Abteilung Deutsche Kultur.

som