Sonntag, 05. Januar 2020

Sicherheit dank Ausrüstung

Beim „Service-Checkpoint“ der Berufsgemeinschaft für Sportgerätetechniker im LVH werden Bindungen und Skier auf Funktion, Einstellung und Präparation überprüft.

Wer seine Ski regelmäßig professionell warten lässt, hat garantiert mehr vom Wintersportvergnügen.
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Wer seine Ski regelmäßig professionell warten lässt, hat garantiert mehr vom Wintersportvergnügen. - Foto: © Leading Ski Service

Das rege Interesse am Thema Sicherheit und Ausrüstung im Wintersport zeigt, dass bei den Skisportlern diesbezüglich ein großer Nachholbedarf besteht. Auch die Tatsache, dass kaum jemand weiß, dass der Einstellwert auf der Bindung keinesfalls das Körpergewicht ist, sondern ein zu errechnender Zahlenwert aus Skischuhsohlenlänge, Körpergröße, Körpergewicht, Fahrkönnen und Alter, unterstreicht die Wichtigkeit der Kampagne.

Diese Unwissenheit ist auch einer der Gründe, warum sehr viele Bindungen falsch eingestellt sind. Manche Bindungen lösen zu leicht aus und können den Skisportler in große Schwierigkeiten bringen. Im umgekehrten Fall ist es ebenso problematisch und gefährlich, wenn Bindungen bei einem Sturz gar nicht oder zu spät auslösen.
Die Tatsache, dass viele Bindungen nicht korrekt funktionieren, bedeutet automatisch, dass der eingestellte Zahlenwert vom korrekten Auslösewert abweicht. Es wäre deshalb wichtig, die Funktionseinheit Ski – Bindung – Schuhe mit einem elektronischen Bindungsfunktionsprüfgerät in einer qualifizierten Skiservice-Fachwerkstatt auf die korrekte Funktion und Einstellung überprüfen zu lassen – regelmäßig mindestens alle ein bis zwei Jahre oder aber wenn Ski oder Schuhe gewechselt werden.

Daran erinnert auch Ernst Messner, Ausbildungsleiter und Hauptreferent bei den Ausbildungs-Lehrgängen für Skiservicetechnik im Berufsbildungszentrum Bruneck. Als beauftragter Experte der Berufsgemeinschaft für Sportgerätetechniker im LVH und zuständig für die Betreuung des „Service-Checkpoints“ bei der Kampagne. weiß er: „Ein großes Sicherheitsrisiko ist auch der mitunter schlechte Zustand der Skier. Grund dafür ist, dass viele Hobbysportler die Skier sehr selten schleifen lassen oder aber glauben, mit einem Fünf-Minuten-Service für 20 Euro eine gute Servicearbeit zu bekommen. Ratsam wäre es demgegenüber, das Sportgerät nach spätestens zehn bis 15 Skitagen in einem Skiservice mit ausgebildeten Skiservicetechnikern neu präparieren zu lassen.“

Ein qualifizierter Skiservicetechniker macht eine kurze Ski-Zustandsanalyse, hat auch einige Fragen zur individuellen Feinabstimmung und bereitet dann eine detaillierte Aufstellung der individuellen Kosten und Arbeiten vor, die am Ski gemacht werden müssen/sollten.

Für einen guten Skiservice sind mindestens 15 bis 30 Minuten erforderlich. Eine professionelle Arbeit ist deshalb häufig erst für den nächsten Morgen möglich. Das vielfach von den Kunden verlangte „Kanten schleifen und wachsen“ verbessert in den seltensten Fällen die Fahreigenschaften der Sportgeräte und macht deshalb kaum Sinn. Es gibt seit einigen Jahren in Südtirol auch ein Qualitätssiegel für Skiservice und Verleihbetriebe („Leading Ski Service“), das für höchste Qualität bei Skiservice, Verleihmaterial und Qualifikation der Mitarbeiter bürgt.
Informationen im Internet: www.leadingskiservice.eu.

Die Empfehlung der Fachleute bezüglich Prävention und Sicherheit: Eine richtig eingestellte und regelmäßig gut gewartete technische Ausrüstung ist das Fundament für sicheren Spaß beim Wintersport und hat auch seinen Wert. Hierbei zu sparen, ist sicherlich die falsche Entscheidung.



Sicherheit auf der Rodelbahn?
Das rät der Experte Andreas Castiglioni:



Manche Menschen meinen: „Rodeln ist ein Kinderspiel. Man muss sich ja nur auf den Schlitten setzen und den Berg hinunterfahren“. – Was halten Sie von dieser Einstellung?
Andreas Castiglioni (Sportdirektor Naturbahn im Internationalen Rodelverband FIL): Rodeln ist natürlich ein Spaß, so soll es auch sein. Aber – wie so oft – lauern Gefahren. Das ist wie beim Klettern oder beim Skifahren: Man muss es lernen.

Was muss man beim Rodeln als Erstes berücksichtigen?

Grundsätzlich gilt, dass eine Rodelbahn als solche ausgewiesen sein muss, eine Forststraße ist keine Rodelbahn. Und die Bahn muss gepflegt und gewartet werden. Und dann muss man natürlich die Fahrweise an die Bahnbedingungen anpassen.

Was braucht es für eine sichere Rodelfahrt?

Wie im täglichen Leben auch zählen der gegenseitige Respekt und Rücksicht, sowie die persönliche Selbsteinschätzung. Bei der passenden Ausrüstung sind Bergschuhe mit einem guten Profil oder Rodelschuhe das Um und Auf, sowie der Helm – auch für Erwachsene und erfahrene Rodler. Natürlich dürfen Winterbekleidung, Handschuhe und Brillen nicht fehlen. Bei der Auswahl der Rodel sollte die Entscheidung auf eine „bewegliche“ Rodel fallen. Im Gegensatz zur „ fest verschraubten“ Rodel lässt sich diese besser lenken, sie besitzt mehr Stabilität und lässt sich im Notfall auch schneller zum Stillstand bringen.

Welche Technik ist beim Rodeln wichtig?

Wie bei jedem anderen Sport auch, lernt man das Bremsen und Kurvenfahren mit der Unterstützung durch einen erfahrenen Rodler einfach leichter und schneller. Beim Bremsen sollte man die Füße nahe an der Rodel positionieren, die Fußsohle flach auf den Boden drücken und die Knie in einem Winkel von 90 Grad ausrichten. So hat man am meisten Kraft und verkürzt den Bremsweg.
Und wie fährt man am besten die Kurve?
Wenn man eine Kurve machen will, muss man den Oberkörper in Richtung Kurveninnenseite bringen. Für eine Linkskurve lehnt man den Oberkörper nach links, die linke Hand am Boden und den linken Fuß lässt man am Schnee schleifen, den rechten Fuß drückt man an die rechte Rodelkufe.

Wie steht es um die Geschwindigkeit?
Grundsätzlich muss man die Geschwindigkeit immer an die aktuellen Gegebenheiten anpassen. Ist die Bahn ramponiert oder eisig, gilt es langsamer zu fahren. Die Geschwindigkeit muss so angemessen sein, dass man rechtzeitig Hindernissen ausweichen kann. Wer über den Verhältnissen fährt, riskiert die Gesundheit anderer ebenso wie die eigene.






som