Donnerstag, 24. September 2020

So funktioniert digitales Marketing: YouTube Shorts – auch Google reagiert auf TikTok

Kurzfilme scheinen derzeit auf den Social-Media-Kanälen das Maß aller Dinge zu sein. Letzte Woche haben wir bereits über Instagram Reels berichtet, heute sehen wir uns Googles neue YouTube-Funktion an.

Auch Google reagiert auf TikTok
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Auch Google reagiert auf TikTok - Foto: © shutterstock
von Sara Martinelli

Auch Google startet einen Vorstoß in den Bereich der Kurzform-Videoinhalte: mit der neuen Funktion „YouTube Shorts“. Derzeit wird diese Anwendung in begrenzten Märkten, genauer gesagt in Indien, getestet. Aber was genau können sich Nutzer von YouTube Shorts erwarten?

- Erstellen und Hochladen von Videos mit einer Länge von max. 15 Sekunden
- Bearbeiten von Videos mit einer Reihe von kreativen Werkzeugen
- Zusammenfügen kürzerer Clips mit einer Multisegmentkamera
- Hinzufügen von Musik aus der YouTube-Bibliothek
- Beschleunigen oder Verlangsamen der Videos
- Timer und Countdowns

Wie funktioniert's?

Benutzer beginnen die Aufnahme eines Kurzfilms durch einen Klick auf das neue Erstellen-Symbol, welches in der YouTube-Anwendung für Android (bald auch für iOS) an prominenter Stelle platziert wurde. Nach der Veröffentlichung eines Kurzfilms erscheint dieser in einem Karussell auf der YouTube-Homepage. Benutzer können durch vertikales Wischen von einem Video zum nächsten. Allerdings werden hier alle Kurzvideos auf YouTube angezeigt, nicht nur jene, die mit Shorts erstellt wurden. Der Grund? Die Video-Autoren sollen dazu angeregt werden, alle bereits vorhandenen Kurzvideos hochzuladen, um Aufmerksamkeit zu erlangen.

Tests mit der Beta-Version

Eine Beta-Version von YouTube Shorts wird bald für Nutzer in Indien verfügbar sein. Diese Version enthält nur eine Handvoll der verfügbaren Funktionen. Laut YouTube soll es hierbei darum gehen, Ideen und Verbesserungen für die definitive Version zu finden. Das Unternehmen beabsichtigt, das Feedback von Beta-Benutzern für die weitere Produktentwicklung zu nutzen.

Nur ein weiterer TikTok-Klon?


Die Ähnlichkeiten zwischen YouTube Shorts und der führenden Kurzvideo-Anwendung TikTok sind schwer zu leugnen. Nicht umsonst hat sich YouTube dazu entschieden, sein neues Feature in einem Land einzuführen, in dem TikTok verboten ist. In Indien, wo der führende Konkurrent aus dem Weg geräumt ist, schreit die ganze Smartphone-Gemeinde förmlich nach einer Alternative. Schon Instagram nutzte diesen Vorteil, als es sich mit der Einführung von Reels in das Rennen um die Kurzvideo-Vorherrschaft warf: TikTok wurde in Indien am 29. Juni 2020 verboten, Instagram begann am 6. Juli 2020 mit dem Testen von Reels.

Aber YouTube Shorts einfach als TikTok-Klon zu bezeichnen, wäre verfehlt. YouTube hat ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal aufzuweisen: Zahlen. TikTok hat 700 Millionen aktive Benutzer pro Monat, Instagram 1 Milliarde. YouTube hingegen hat mit 2 Milliarden mehr aktive Nutzer als TikTok und Instagram zusammen! Ganz zu schweigen von den Investitionsmöglichkeiten, die YouTube im Vergleich zu Instagram Reels oder TikTok zu bieten hat.

Ob YouTube Shorts das Zeug dazu hat, den Kurzvideo-Markt für sich zu gewinnen, bleibt abzuwarten.


Sara Martinelli ist SEO & SEA Manager bei Südtirol Online Marketing

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