Montag, 16. März 2020

Unfall auf der Skipiste

Eine deutsche Touristin war im Winter 2011 auf Urlaub in Südtirol. Im Zuge der Abfahrt auf einer Piste am Kronplatz Richtung Olang hatte sie mit ihrem Snowboard neben ihren Eltern angehalten und sich kurz niedergekniet. In dem Moment nahte von oben ein Skiböcklfahrer. Er erfasste die kniende Frau, beide wurden einige Meter weit geschleudert.

Im Winter 2011 wurde eine deutsche Touristin im Zuge der Abfahrt auf einer Piste am Kronplatz Richtung Olang  von einem Skiböcklfahrer  erfasst.
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Im Winter 2011 wurde eine deutsche Touristin im Zuge der Abfahrt auf einer Piste am Kronplatz Richtung Olang von einem Skiböcklfahrer erfasst. - Foto: © shutterstock
Die Frau musste wieder lernen, zu sprechen und Arme und Beine zu bewegen. Nur schrittweise erinnerte sie sich an die alltäglichsten Handlungen, wie Schuhe zubinden oder Hände waschen.
Der Weg zurück in die Normalität war lang und steinig – ganz so wie vorher wurde es aber nicht mehr und wird es auch nie wieder sein.

Die junge Frau erhob eine Schadenersatzklage gegen den Skiböcklfahrer und mit Urteil vom 21.02.2019 hat das Landesgericht Bozen der Klägerin einen Schadenersatzbetrag in Höhe von Euro 473.640,00 zugesprochen.
Zum Glück hatte der Skiböcklfahrer eine Haftpflichtversicherungspolice abgeschlossen, die dann den Skiböcklfahrer schadlos hielt.

Die zuständige Richterin sah es als erwiesen an, dass der Mann die Sicherheitsbestimmungen für die Ausübung von Abfahrtsportarten verletzt hat, wonach von oben kommende Wintersportler ihre Fahrspur so wählen müssen, dass ein Zusammenstoß mit unterhalb Fahrenden vermieden wird.
Die Piste wäre breit genug gewesen um auszuweichen.
Das Gericht hat aber der Klägerin eine Teilschuld von 20% angelastet, da diese keinen Skihelm trug.
Zwar ist das Tragen eines Skihelms für Erwachsene nicht Pflicht, doch es hätte die kinetische Energie vermindert, die direkt auf die Knochenstruktur des Kopfes eingewirkt hat. Somit wäre die Schwere der Verletzung erheblich niedriger ausgefallen, wenn die Frau einen Helm getragen hätte, zeigte sich die Richterin überzeugt.

RECHTSANWALTSKANZLEI DR. WENTER

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