Sonntag, 1. Mai 2022

Wie klingt Autonomie?

Wir sind es gewohnt, wichtige Dinge in unserem Land selber zu entscheiden, und denken nicht daran, warum wir das können und andere nicht. Das 2. Autonomiestatut ist heuer 50 geworden. Der Südtiroler Landtag hat dazu einen Wettbewerb für Südtiroler Komponisten und Komponistinnen ausgeschrieben.

Musik für die Autonomie - Foto: © Südtiroler Landtag

Das 2. Autonomiestatut, das wir heute einfach „Autonomie“ nennen, ist 1972 in Kraft getreten. Es dient dem Schutz der Minderheiten, aber auch dem Zusammenleben der drei Sprachgruppen und hat auch wesentlich dazu beigetragen, dass Südtirol eine der wohlhabendsten Regionen Europas ist. Gesagt und geschrieben wurde darüber schon vieles. Dieses runde Jubiläum in Musik auszudrücken, war die Herausforderung, die der Landtag heuer den Südtiroler Musikerinnen und Musikern gestellt hat: ein Kompositionswettbewerb. Gefragt war ein unveröffentlichtes Werk für symphonisches Blasorchester, das auf das Jubiläum Bezug nimmt.

Partner der Initiative ist der EVTZ „Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino“. Mit der künstlerischen Seite des Wettbewerbs wurden der Südtiroler Künstlerbund, die Stiftung Haydn von Bozen und Trient, der Verband Südtiroler Musikkapellen und die Hochschule für Musik „Claudio Monteverdi“ Bozen betraut. Zum Siegerwerk wurde „Memoria Dignum“ von Tobias Psaier gekürt, ein Werk, das laut Jury „harmonisch interessante Wendungen, abwechslungsreiche Instrumentierung und keine banalen Verdopplungen“ aufweist und sich durch „gute Nutzung der Klangfarben und Soloelemente mit eigenem Kontrapunkt“ auszeichnet.

Auch andere Einsendungen beeindruckten die Jury, sodass man entschieden hat, bei der Uraufführung auch zwei weitere Werke vorzustellen: „Cincanta“ von Ivan Marini und „Esse“ von Marcello Fera.

Das Euregio-Jugendblasorchester wird die drei Kompositionen am 7. Mai 2022 im Kurhaus von Meran und am 8. Mai 2022 im „Teatro Zandonai“ in Rovereto darbieten, unter der Leitung von Johann Finatzer, Franco Puliafito und Wolfram Rosenberger.

Die Aufführungen beginnen jeweils um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, aber der Platz begrenzt: Vormerkungen auf der Webseite www.landtag-bz.org.

fa