„So können wir uns voll konzentrieren und top vorbereiten. Fußball hat erste Priorität“, erklärte der nach seiner Kreuzbandoperation zurückgekehrte Champions-League-Sieger Sami Khedira. Auch beim zweiten Übungsspiel am Donnerstag schloss „00-Löw“ im Passeiertal alle Augenzeugen aus, die nicht zum Stab seiner Weltmeisterschafts-Mission gehören.„Ich bin sehr zuversichtlich, das wir das hinbekommen“Wieder einmal nur 20 Minuten durften die vielen Medienvertreter am Vatertag in St. Leonhard verfolgen, wie sich Löws Kandidaten für Brasilien bei der ersten Übungseinheit aufwärmten, der Fußballteil war dann schon wieder geschlossen. Nur kurz zu beobachten war so auch, wie sich Philipp Lahm langsam an das Teamtraining herantastet. Der Kapitän kann nach einer Kapselverletzung im linken Fuß teilweise wieder mit dem Ball üben. Bastian Schweinsteiger (Patellasehnen-Probleme) arbeitet schon etwas mehr mit der Mannschaft.Torwart Manuel Neuer (Schulterverletzung) und Marcel Schmelzer (Knieprellung) absolvieren dagegen weiter ein Aufbauprogramm. „Ich bin sehr zuversichtlich, das wir das hinbekommen“, sagte Löw zum Wettlauf mit der Zeit bei einigen seiner Rekonvaleszenten. Franz Beckenbauer hält aus der Ferne Stammtorwart Neuer für das gegenwärtig „größte Problem“ im Team: „Der muss sich ja wieder auf die Schulter schmeißen.“Die Spieler vor Ort sehen das noch etwas anders. Aber noch will sich beim DFB-Tross niemand für die WM mit dem Plan B, der Roman Weidenfeller heißt, beschäftigen.„Davon gehen wir einfach nicht aus. Er ist sehr, sehr zuversichtlich, macht einen ruhigen Eindruck. Manuel strahlt unglaublich viel Zuversicht aus“, sagte Khedira.Am Sonntag Testspiel gegen Kamerun„Die Spieler sind bereit, an Grenzen zu gehen und darüber hinaus“, informierte DFB-Geheimcoach Löw aus dem mit insgesamt 40 Sicherheitskräften gesicherten Camp. Erstmals wirklich zu überprüfen ist das am Sonntag (20.30 Uhr/ARD), wenn in Mönchengladbach gegen Kamerun der vorletzte WM-Test ansteht. „Wir müssen uns als Mannschaft finden, und da muss jeder seinen Part übernehmen“, erklärte Abwehrchef Per Mertesacker.Für Neuer, Lahm, Schmelzer und wohl auch Schweinsteiger kommt der Leistungstest gegen den WM-Teilnehmer mit Trainer Volker Finke noch zu früh. Dagegen könnte sich Neuling Erik Durm mit seinem Länderspieldebüt für den endgültigen WM-Kader anbieten, den Löw am Tag danach dem Weltverband melden muss. „Deshalb freue ich mich auf den Sonntag“, sagte der Linksverteidiger, ergänzte aber: „Wie wir da spielen, weiß noch keiner.“Auch Löws Auswahl der 23 WM-Fahrer ist – wie könnte es anders sein – geheime Kommandosache. Der angeschlagene Schmelzer und dessen Dortmunder Teamkollege Kevin Großkreutz, der mit einer unappetitlichen „Pipi-Affäre“ in die Schlagzeilen geraten war, werden mit als Streichkandidaten gehandelt. Die Auswahl-Neulinge Shkodran Mustafi, Matthias Ginter und Kevin Volland sind seit der Nominierung Wackelkandidaten. Dagegen sind für Durm und vor allem die Gladbacher Mittelfeld-Option Christoph Kramer die Chancen gestiegen.dpa