Donnerstag, 04. August 2016

1908: IV. Olympische Sommerspiele London (Großbritannien)

Erstmals treten über 2000 Athleten in über 100 Wettbewerben gegeneinander an. Eine besondere Premiere feiert der Eiskunstlauf: Erstmals gibt es Olympiamedaillen auch für Wintersportler - 16 Jahre vor den 1. Olympischen Winterspielen.

Ein Olympiaposter von London 1908.
Ein Olympiaposter von London 1908.

  • Dauer: 27. April – 31. Oktober (offizielle Eröffnungsfeier: 13. Juli, Schlussfeier: 25. Juli)
  • Über 2000 Athleten (2008 – 1971 Männer und 37 Frauen) aus 28 Nationen.
  • Über 100 Wettbewerbe (110) in 22 Sportarten, darunter auch Eiskunstlauf. Somit halten die Wintersportler Einzug bei Olympia.
  • Zwei Jahre davor wurden 1906 in Athen olympische Zwischenspiele veranstaltet zur Feier der zehnjährigen Wiederkehr des I. Olympias der Neuzeit, denen das IOC aber sein Patronat bzw. die Bezeichnung „Olympische Spiele“ verweigert.
  • London wird mit der Ausrichtung der Spiele von 1908 betraut, weil Rom aufgrund der durch den Ausbruch des Vesuvs notwendigen Wiederaufbaumaßnahmen die Spiele aus finanziellen Gründen ans IOC zurückgegeben hatte.
  • Die Spiele von London 1908 bringen als erstes wirklich internationales Olympia die Idee de Coubertins endgültig auf die Siegerstraße.
  • Die Wettbewerbe sprengen den Rahmen der vorgegebenen 14 Tage, sodass die Spiele dreigeteilt werden, und die offizielle Eröffnung „mittendrin“, am 13. Juli, stattfindet.
  • Offizielle Eröffnung durch König Edward VII. von England
  • Viele Prämierte werden erst per Post mit Medaillen geehrt: Bei der Siegerehrung zum Abschluss sind viel zu wenig Silber- und Bronzemedaillen vorhanden.
  • Stars der Spiele:
    • Dorando Pietri (Italien): Im Marathonlauf übernahm er nach 25 Kilometern die Führung und kam als erster in Stadion, wo er mehrere Male zusammenbrach, drei Meter vor dem Ziel endgültig liegenblieb und von zwei Offiziellen über die Ziellinie getragen wurde. Wegen dieser fremden Hilfe wurde er anschließend disqualifiziert. Der „arme Dorando“ wurde allerdings zum Star und von Königin Alexandra von England mit einem Goldpokal geehrt.
    • Oscar und Alfred Swahn (Schweden): Erfolgreichste Vater-Sohn-Kombination der Olympiahistorie. In London gewinnen sie gemeinsam Gold im Sportschießen (Laufender Hirsch, Mannschaft). Vater Oscar Swahn ist noch heute mehrfacher olympischer Rekordhalter, u.a. als ältester Olympiasieger und ältester Medaillengewinner.

stol