Freitag, 05. August 2016

1956: XVI. Olympische Sommerspiele in Melbourne (Australien)

In Melbourne liefen alle Sportler gemeinsam bei der Eröffnungsfeier ein.

Das offizielle Olympia-Poster von 1956
Das offizielle Olympia-Poster von 1956

  • Dauer: 22. November bis 8. Dezember.
  • 3314 Athleten aus 72 Nationen. 
  • 145 Wettbewerbe in 16 Sportarten
  • Die olympischen Reiterspiele werden wegen strenger Quarantänebestimmungen Australiens für Pferde nach Schweden ausgegliedert
  • Die Spiele von Melbourne sind die ersten auf australischem Boden und überhaupt die ersten auf der südlichen Halbkugel der Erde. Aus klimatischen Gründen finden sie daher erstmals während des europäischen Spätherbstes statt.
  • Spanien, Niederlande und die Schweiz boykottieren die Spiele wegen des sowjetischen Einmarsches in Ungarn. Ägypten, Libanon und der Irak boykottieren die Spiele wegen der Suezkrise. Die Volksrepublik China nimmt nicht teil, weil die Republik China (Taiwan) zugelassen wird.
  • Vor 1956 liefen die Sportler bei der Schlussfeier, wie bei der Eröffnung, nach Nationen getrennt ein. Zur Schlussfeier in Melbourne kamen nach einem Vorschlag des 17-jährigen, aus Taiwan stammenden Melbourners John Wing alle Teilnehmer als Symbol globaler sportlicher Verbundenheit gemischt ins Stadion.
  • Offizielle Eröffnung durch Seine Königliche Hoheit Herzog von Edinburgh.  
  • Erster Olympiasieger aus Südtirol: Der erst zweite Olympiateilnehmer aus Südtirol gewinnt Gold, bleibt hierzulande aber weitgehend unbekannt. Der aus Galsaun bei Kastelbell stammende Albert Winkler gewinnt Gold im Rudern in der Disziplin Vierer mit Steuermann - zusammen mit 4 Kameraden, mit denen er gemeinsam bei den Moto-Guzzi-Werken in Mandello Lario am Comosee beschäftigt war. Winkler blieb bis zu seinem Tod 1981 am Comosee.
  • Star der Spiele:
    • Agnes Keleti (Ungarn): Mit 4 Gold- und 2 Silbermedaillen ist die ungarische Turnerin die erfolgreichste Athletin der Spiele von 1956. Neben den sportlichen Erfolgen gehört die Siegerehrung im Bodenturnen zu den erhebendsten Momenten der olympischen Geschichte - die Ungarin Keleti und die UdSSR-Turnerin Latynina, zwei Mädchen aus verfeindeten Ländern, standen gemeinsam auf dem obersten Treppchen. Und als die Fahnen gehisst wurden und die Tränen flossen, schob eine ihre Hand schüchtern in die Hand der anderen...

stol