Donnerstag, 04. August 2016

1976: XXI. Olympische Sommerspiele in Montreal (Kanada)

Nach dem Terroranschlag bei den vorangegangenen Spielen in München stellten die Organisatoren in Montreal die Sicherheit der Athleten in den Mittelpunkt aller Bemühungen.

Das offizielle Olympia-Poster von 1976
Das offizielle Olympia-Poster von 1976

  • Dauer: 17. Juli bis 1. August
  • 6084 Athleten aus 92 Nationen. 
  • 198 Wettbewerbe in 21 Sportarten mit teils tiefgreifenden Veränderungen; neue Wettbewerbe im Kanufahren, Rudern und Segeln sowie Frauen-Handball und -Basketball nehmen den Platz ein von teils nur diesmal und teils für immer gestrichenen Bewerben wie 50 km Gehen, Tandemradrennen, 200-m-Lagen-Schwimmen oder dem Dreistellungskampf mit den Freien Gewehr.
  • Nach chaotischen Vorbereitungen, die Montreal für die kommenden Jahrzehnte in ein wirtschaftliches Desaster stürzten, fanden die Spiele zum Teil in provisorisch hergerichteten Sportstätten statt.
  • 30 Staaten aus Afrika, Asien und Südamerika blieben den Wettkämpfen fern, um gegen die Teilnahme Neuseelands zu protestieren, dessen All Blacks eine Tournee durch Südafrika – seit einigen Jahren aufgrund seiner Apartheid-Politik vom internationalen Sport geächtet – absolviert hatte.
  • Dem Team aus Taiwan wurde die Einreise aufgrund der Ein-China-Politik von Gastgeber Kanada verweigert.
  • Offizielle Eröffnung durch Königin Elizabeth II. von England
  • In der Medaillen-Schlussabrechnung hat der Ostblock noch stärker als 1972 die Oberhand gewonnen - er holt 121 der 198 Olympiasiege. 89 davon gehen an die Mannschaften der UdSSR und der zur zweiten Sportnation aufgestiegenen DDR; die USA enden zum 1. Mal in der Olympiahistorie auf Platz 3. 
  • Klaus Dibiasi zum vierten: Der Routinier schlägt erneut zu - und wird zum dritten Mal Olympiasieger im Wasserspringen vom 10-Meter-Turm. Damit hat er bei seinen 4. - und letzten - Olympischen Spielen seine Medaillensammlung auf 5 erhöht, 3 Goldene und 2 Silberne. 
  • Stars der Spiele:
    • Lasse Viren (Finnland): Einziger Läufer mit zweifachem Doppel-Olympiasieg über 5000 m und 10.000 m. Er ist in einem Atemzug mit seinem großen Landsmann Paavo Nurmi zu nennen. 
    • Kornelia Ender (DDR): Die Ostdeutsche war die erfolgreichste Frau der Spiele in Montreal und gewann als erste Schwimmerin 5 Medaillen, davon 4 Goldene, bei einer Olympiateilnahme. Mit 2 Olympiasiegen binnen 27 Minuten stellte Kornelia Ender am 22. Juli 1976 den großen Paavo Nurmi in den Schatten.

stol